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Friedersbach

Geschichte:

Die Gründung der Siedlung erfolgt mit relativer Sicherheit durch die Hrn. v. Rauheneck während des 12. Jhs. 1248 bestätigt Hugo der Turs v. Liechtenfels die Pfarrstiftung mit dem ehem. Herrenhaus. 1335 fällt die Hft. an den Landesfürsten. 1623 verkauft der Kaiser die Hft. dem Hans Unterholzer, der sie mit der Hft. Rastenberg vereinigt. (G.R.)

Bauentwicklung:

Der geringe Restbestand und die derzeitige Forschungslage erlauben keine detaillierte Baugeschichte.

Baubeschreibung:

Im Bereich von Kirche-Pfarrhof wird allgemein der ehem. burgartige, zumindest befestigte Sitz der Rauhenecker aus der Zeit der Herrschaftsgründung um die M. d. 12. Jhs. angenommen. Eine ehem. Befestigung ist bereits durch die Höhenlage auf einer Terrassenkante über dem Ort nahegelegt, wobei bergseitige Befestigungen mit Wall und Graben durch Planierungen bereits verschwunden sind. Der weitläufige, auf einer tieferen Terrasse situierte Pfarrhof, der einen eigenen Hof umschließt, zeigt nach Umbauten des 17. Jhs. noch Bauteile des späten Mittelalters (ein Fenster bezeichnet mit "1437"). Die Pfarrkirche auf dem südl. zentralen Plateau ist ein im Kern hochmittelalterlicher Bau. An das rom. Langhaus sind nördl. und südl. Seitenkapellen mit Halbkreisrundapsiden angebaut. Der rom. W-Turm zeigt ein primäres, vermauertes Rundbogenportal und Biforenfenster im Glockengeschoß. Der urspr. O-Abschluss wurde 1408 durch einen got. Polygonalchor ersetzt. Weitere Zubauten erfolgten während des 15. bis 19. Jhs. In der südl. Nebenkapelle versucht man den Gründungsbau zu sehen, der mit der Pfarrgründung von 1159 in Zusammenhang steht. Anlässlich jüngster Restaurierungsarbeiten konnte das freiliegende, lagerhafte, aus unbearbeiteten aber sorgfältig gelegten Steinen hergestellte Mauerwerk der S-Kapelle beobachtet werden, das jedoch nur sehr vorsichtig als "hochmittelalterlich" bezeichnet werden kann. An der westl. Kirchhofummauerung sind tlw. streng lagerhafte Strukturen und eine vermauerte, quadergerahmte Öffnung zu beobachten, wodurch Teile der Mauer mglw. dem 12./13. Jh. zugewiesen werden können. Friedersbach wird allgemein jenen frühen Burganlagen zugerechnet, die im Siedlungsverband und in unmittelbarer Beziehung zu einem Kirchenbau errichtet werden, wofür der Begriff der "Burg-Kirchen-Anlage" verwendet wird. (G.R.)