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Fronsburg

Geschichte:

Um 1230 erscheint ein Hadmar von "Freundesperch", ein Ministeriale der Gfn. v. Hardegg. Nach mehrfachem Besitzerwechsel ab 1300 ist 1569 Christoph Lampl zu Freundsberg nachweisbar. 1739 folgen die Khevenhüller-Metsch. Heutiger Eigentümer ist DI Albrecht Bongart. (G.R.)

Bauentwicklung:

Von der mittelalterlichen Burg sind in dem Schloss keine eindeutig zuzuordnenden Baureste mehr vorhanden.

Baubeschreibung:

Das Schloss präsentiert sich als vielgliedrige, stark neuzeitlich überformte und gegenwärtig relativ nüchtern wirkende Gebäudegruppe, die sich in W - O-Orientierung entlang des Steilabfalls zum Fugnitzbach erstreckt. Die Anlage gruppiert sich mit unregelmäßig angelegten Trakten um 2 Höfe, von denen der innere, östl. vermutlich den Kernbereich der ehem. Burg beschreibt. Die polygonal um den Hof gestellten, 2-gesch. Flügel bilden gegen O eine Lücke, eine Folge jüngerer baulicher Reduzierungen. Der N-Trakt sitzt auf einem stark geböschten Kellergeschoß, der O-Trakt zeigt Arkaden des 16. Jhs. 2 Renaissanceportale, datiert 1544, zeigen den ältesten, oberflächlich erkennbaren Baubestand. Eine Durchfahrt vermittelt den Zugang von der westl. vorgelagerten Vorburg, deren weitgehend regelmäßig angelegte Trakte einen großen Hof umschließen. Im W-Trakt liegt die in der 2. H. d. 18. Jhs. umgeformte Toranlage, deren Fahr- und Nebentor durch einen mit Riesenpilastern, einfachem Stuckdekor und Khevenhüllerwappen geschmückten Risaliten mit krönendem Giebel zusammengefasst wird. Dieser wird von 2 schlanken, vorspringenden Rundtürmen flankiert, die mglw. auf eine Torflankierung einer älteren Bauphase zurückgehen. Im NW der Vorburg liegt die im Kern aus dem 16. Jh. stammende, im 17. Jh. umgebaute Kapelle, deren Ausstattung aus dem 16. - 18. Jh. stammt. Hofseitig befindet sich ein bemerkenswertes Spätrenaissance/Frühbarock-Portal aus der 1. H. d. 17. Jhs. Östl. der Kapelle liegt im Verlauf der Umfassungsmauer ein schlanker unverputzter Rundturm mit Hocheinstieg, der durch das Mauerwerk in das späte 15. Jh. datiert werden kann.
Südl. vorgelagert ist eine weit ausgreifende Umfassungsmauer mit kleinen, schlüsselschartenversehenen Eckrondellen des 16. Jhs. situiert, angeschlossen der ehem. Meierhof aus der 1. H. d. 19. Jhs. Insgesamt ist der Bau gut mit der Vischer-Ansicht von 1672 zu identifizieren, der allerdings noch die frühere Gestaltung der Zugangsseite zeigt. Hier weist er auch mächtige, vorgelagerte Bastionen auf, tlw. gemauert, tlw. vermutlich nur aufgeschüttet, die jedoch den jüngeren Geländeaufbereitungen zum Opfer gefallen sind. Der gegenwärtig in gutem Zustand stehende Bau ist privat bewohnt und Sitz der Gutsverwaltung.
Die im Dehio genannte "...hausbergartige elliptische Wehranlage, sog. Tabor", die sich in der Nähe des Schloss befinden soll, konnte nicht verifiziert werden. Auch die in Sichtweite gelegene, nämliche Höhe "Am Tabor", 570 m nordnordöstl. des Schlosses erbrachte bei einer Begehung keine Befunde. (G.R.)