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Virneburg

Geschichte:

Die Virneburg gilt als Stammsitz des gleichnamigen im 13. und 14. Jh. bedeutenden mittelrheinischen Dynastengeschlechtes. 1042 wird in der schriftlichen Überlieferung ein Bernhard von Virneburg als Zeuge des Trierer Erzbischofs Poppo erwähnt. Diese erste Erwähnung des Namens erlaubt freilich keinen Rückschluss auf Standort oder Gründungszeitpunkt der noch als Ruine erhaltenen Burg. Die erste sichere Erwähnung ist das Jahr 1192, als Burg und Grafschaft dem Erzbischof von Trier zu Lehen aufgetragen werden. Der noch erhaltene Baubestand datiert ins 13. bis 15. Jh. und lässt keinerlei Rückschlüsse auf eine ältere Anlage zu. Die Virneburger gewinnen insbesondere im 13. und 14. Jh. an Einfluss. Zu ihren bedeutenden Burggründungen zählt Monreal. 1309 sah sich Ruprecht III. von Virneburg genötigt, die Virneburg an den Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg zu veräußern. Von dem baldigen Rückkauf der Anlage blieb der Turm ausgeschlossen. Mit Kuno V. starb das Haus der Grafen von Virneburg 1545 aus. Das Erbe gelangte an die Grafen von Manderscheid-Blankenheim und 1600 schließlich an das Haus Löwenstein-Wertheim. Die Virneburg wurde 1689 von den Franzosen zerstört. Nach mehrfachem Besitzerwechsel fiel die Burgruine schließlich an den 1906 gegründeten Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz, der sich um die Erhaltung der Anlage bemüht und seit 1970 Sanierungsmaßnahmen durchführen lässt. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Eine grundlegende Untersuchung zur Baugeschichte der Virneburg steht noch aus. Zum ältesten Baubestand zählt mit ziemlicher Sicherheit der im 13. Jh. errichtete, nur noch in seinen Fundamenten nachweisbare runde Bergfried in der Nordwestecke der Kernburg, dem eine mehr als 3 m starke und noch 18 m hohe Schildmauer vorgelagert ist. An diese schließt sich ein zweigeschossiger Torbau sowie die übrigen Teile der Hauptburg an (vermutlich 14. Jh.). Im Westen und Osten ist die Kernburg von weit umgreifenden Zwingeranlagen umgeben. Östlich befinden sich Reste des im 16. und 17. Jh. veränderten Wohnbaus. Die Schriftquellen berichten für 1623, 1632, 1663 sowie 1665 von Baumaßnahmen an verschiedenen Gebäuden. Während der Regentschaft des Hauses Löwenstein-Wertheim ab 1600 erfolgte die Umgestaltung der Burg zum Schloss. Der Hauptturm wurde 1670 abgerissen und im darauffolgenden Jahr, 1671, durch einen Neubau ersetzt. 1675 sind Wiederherstellungsarbeiten an den Zwingern bezeugt. Die Burg wurde schließlich 1689 von den Franzosen zerstört. Seit 1970 wird die Burg saniert. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Von der über annähernd rechteckigem Grundriss erbauten Burg blieben im Wesentlichen die drei Meter starke und bis zu 18 m hohe Schildmauer, ein zweigeschossiger Torbau sowie Reste von Palas, Ring- und Zwingermauern und ein dreiviertelrunder Flankenturm (innen viereckig) von 15 m Höhe erhalten. Der runde Bergfried unmittelbar hinter der Schildmauer lässt sich lediglich anhand von Fundamentresten nachweisen. Die erhaltenen Bauteile datieren ins 13. bis 15. Jh. (Jens Friedhoff)