EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Anschau

Geschichte:

Die 1. Erwähnung der Burg "Aneschowe" erfolgt 1209. 1209 bis 1279 ist sie im Besitz der Ministerialen v. Anschau, eines mit den Starhembergern verwandten Geschlechtes. 1296 erscheint sie im Besitz des Konrad v. Sommerau. Beim Adelsaufstand E. d. 13. Jhs. wird die Burg zerstört und nicht mehr aufgebaut. 1371 wird das Gut Anschau mit Traunstein als landesfürstliches Lehen den Hrn. v. Dachsberg verliehen. 1624 wird noch einmal vom "Burgstall Antschau" berichtet. (G.R.)

Bauentwicklung:

Durch den starken Verfall und die geländebedingt außergewöhnliche Anordnung div. Bauteile ist eine Rekonstruktion nur erschwert möglich. Dennoch zeigt die Burganlage bereits Anzeichen mehrerer Bauphasen. Der vermutlich urspr. Bering zeigt einen unregelmäßigen, polygonalen Verlauf, wobei die W-Seite, wo der Zugang vermutet wird, eine durch 2 turmartige Ausbauten bestimmte Front aufweist. An der N-Seite, die sich terrassenförmig absenkt, sind sekundäre, zwingerartige Anlagen festzustellen. An der S-Seite zeichnet sich innerhalb einer größeren Hoffläche ein beiläufig rechteckiges, randständiges Gebäude von 16 x 9 m ab. Bis auf Reste einer konischen Scharte an den Bauteilen der N-Seite sind keine architektonischen Details sichtbar. Höhere Mauerreste an der W-Seite zeigen lagerhaftes, vermindert regelmäßiges Bruchsteinmauerwerk aus anstehendem Steinmaterial, wobei trotz des wenig geeigneten Gesteins Einzellagen beibehalten wurden. In der Mauerfüllung sind vielfach opus spicatum-artige Strukturen sichtbar. Die Mauerstruktur kann noch in die Zeit der ersten Nennung, nach 1200 datieren. (G.R.)

Baubeschreibung:

Der Burgberg weist zerklüftete Granitformationen auf, die derart gestaltete Topographie bestimmt weitgehend die Ausbildung und Gliederung der Burganlage. Die Felsformationen sind tlw. in eine ungewöhnliche, heute nicht mehr vollständig rekonstruierbare Zugangssituation integriert. Örtlich sind Ausstemmungen, eventuell für Brückenauflager, festzustellen. Das Gelände bietet Raum für eine durchschnittlich 50 x 40 m große Burganlage. (G.R.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Lesefunde des 13. Jhs. vom Burgfelsen