Geschichte:
Die urkundliche Ersterwähnung der Kammerburg im Wispertal datiert in das Jahr 1304, als Ritter Johann von Rheinberg auf acht Jahre vom Mainzer Erzbischof auf dieser Anlage als Amtmann angenommen wurde. Vermutlich wurde die Kammerburg gegen die Burg Rheinberg angelegt. Darüber hinaus schützte sie das Rheingauer Gebück, das hier das Wisptertal querte. Bereits im 14. Jahrhundert diente die Kammerburg den Mainzer Erzbischöfen häufig als Pfandobjekt. 1483 wurde sie von Kurmainz zurückerworben, damals hielt sich dort lediglich noch ein Knecht auf. Vermutlich war die Anlage bereits zu diesem Zeitpunkt kaum mehr bewohnbar und wurde vor 1500 als Wehranlage aufgegeben. Im 16. Jahrhundert begegnen als Pfandinhaber der ruinösen Anlage samt dem dazugehörenden Grundbesitz die Familien von Rüdesheim, Blankenheim und der Kurfürst bei Rhein. Anfang des 19. Jahrhunderts gelangte die Kammerburg zusammen mit der Burg Rheinberg in den Besitz der Familie von Zwierlein aus Geisenheim und später an die Familie Haniel. Bis heute befindet sich die Burgruine in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen. (J.F.)
Bauentwicklung:
Wie im Fall der benachbarten Burg Rheinberg, so ist auch die Baugeschichte der Kammerburg bislang ungeklärt. Umstritten ist in der Literatur bereits der Zeitpunkt ihrer Entstehung (Ende 13. oder beginnendes 14. Jahrhundert). Die Anlage wurde offenbar bereits Ende des 14. Jahrhunderts aufgegeben und fiel wüst. In den 1960er Jahren entstand im Vorburgbereich ein Wohnhaus. (H.-J. H.; J.F.)
Baubeschreibung:
Von der Anlage ist nur noch der etwa 20 x 11 m große innere Bering mit einer stumpf gebrochenen Schildmauer im Norden erkennbar. Im Westen und Süden waren der Ringmauer offenbar Zwinger vorgelegt. Über die Binnenstruktur der Anlage sind ohne archäologische Untersuchungen keine Aussagen möglich. Mit Ausnahme der Nordmauer, die teilweise noch über zwei Meter hoch ist, liegt auch die Ringmauer in Trümmern. Im Norden lag das mit einem quadratischen Turm befestigte Tor. (H.-J. H.)
Arch-Untersuchung/Funde:
Keine