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Blideneck

Geschichte:

Blideneck wurde anläßlich der Belagerung von Rheinberg 1279/80 durch Truppen des Erzstifts Mainz angelegt. Nach der Eroberung im Jahr 1280 wollte das Erzstift die Burg anscheinend erhalten und gewann am 23.7.1280 Graf Adolf von Nassau sowie am 13.8.1280 Emmerich von Heppenheft als Burgmannen. Da die Burg später in Quellen nicht mehr auftaucht, war der Planung wohl kein Erfolg beschieden. (Hans-Jürgen Hessel)

Bauentwicklung:

Die Anlage wurde mit dem Ziel der Sperrung des Zugangs zur belagerten Burg Rheinberg offenbar innerhalb kürzester Zeit angelegt. Ziel war, aus Norden vom Einrich her zu erwartende Entsatzversuche zu verhindern. Die zunächst geplante Erhaltung dieser Sperranlage erwies sich nach der Eroberung Rheinbergs als überflüssig, so daß die Bauten bald abgegangen sein dürften. (Hans-Jürgen Hessel)

Baubeschreibung:

Das Burggelände war durch einen 260 m langen, aus dem Felsen geschlagenen, beidseits am Hang auslaufenden Halsgraben nach Norden gesichert. Eine südlich des Grabens aufragende Felskuppe wurde durch Abarbeitung und Stützmauerwerk zu einem vieleckig-ovalen Plateau verändert. Da Steintrümmer fehlen, ist davon auszugehen, daß auf dem Plateau Holzbauten standen. Cohausen will 1882 allerdings in der Nordwestecke noch 30 cm hohes Mauerwerk und die Auflage für eine Holzbrücke erkannt haben. Zur Burg Rheinberg hin lag ebenfalls ein Graben.
Die Belagerungsburg lag ca. 475 m von Rheinberg entfernt und 74 m höher als diese. Dies liegt durchaus noch im Rahmen der maximalen Reichweite von Bliden. Der Name Blideneck (Blydenegke) ist alt, er kommt im Rheinberger Burgfrieden bereits 1374 vor, so dass er wohl auf den Standort einer solchen Schleudermaschine hinweisen dürfte. (Hans-Jürgen Hessel, mit Ergänzungen von Reinhard Friedrich.)