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Rolandseck

Geschichte:

Die Gründung der erzstiftisch kölnischen Burg Rolandseck ist in der Literatur umstritten. Vermutlich wurde die Burg vom Kölner Erzbischof Friedrich I. (reg. 1100-1113) zum Schutz der Abtei Nonnenwerth auf der gleichnamigen Rheininsel als südöstlicher Stützpunkt des Kölner Territoriums angelegt. Paul Lehfeldt setzt die Errichtung der Burg - ohne Beleg - in das Jahr 1120, während Ruland auf eine eingemauerte Inschrift im Klosterhof von Nonnenwerth verweist, die besagt, dass Friedrich I. neben dem Kloster selbst auch Burg Rolandseck 1122 gegründet habe. Die Inschrift stammt jedoch aus dem Jahr 1773. Bornheim genannt Schilling geht von einer Entstehungszeit um 1135 aus. Offenbar diente Burg Rolandseck dem Kölner Erzbischof Wikbold von Holte während seiner Auseinandersetzung mit König Albrecht von Habsburg als Stützpunkt und der Kirchenfürst musste am 24. Oktober 1302 geloben, Burg "Roulandsekke" zu brechen und den Neubau einer Burg an dieser Stelle zu verhindern. Die nächste urkundliche Nachricht von der Burg datiert in das Jahr 1326. Erzbischof Heinrich von Virneburg überließ die mittlerweile wieder hergestelllte Burg dem Dekan Johann von Bonn. In den Jahren 1324 und 1327 stellte Erzbischof Heinrich II. auf der Burg Rolandseck Urkunden aus. Für die 1330er und 1340er Jahre lassen sich mehrfach Aufenthalte der Erzbischöfe zu Rolandseck nachweisen. Dietrich von Moers suchte die Burg während seines Pontifikats 1414-1463 häufig auf. Im Jahre 1475 diente die - offenbar mit Geschützstellungen ausgestattete Anlage - infolge des Bündnisses zwischen Karl dem Kühnen und Erzbischof Ruprecht von der Pfalz burgundischen Truppen als militärische Operationsbasis. Im Februar desselben Jahres rückten Truppen des Kurfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg vor die Burg, eroberten sie und brannten sie zum Teil nieder. Bereits 1491 scheint die kurkölnische Landesburg erneut wiederhergestellt und beherbergte Bartolomäus von Morenhoven als Burgvogt. Im Kölnischen Krieg (1582-1584) wurde Rolandswerth geplündert und schließlich im Dreißigjährigen Krieg 1631 von schwedischen Truppen zerstört. Wenzel Hollar sah während seiner Reise auf dem Mittelrhein 1636 die Burg nur noch als stattliche Ruine. Abgesehen von der Dezimierung des Baubestandes durch Steinraub wurden die ruinösen Gebäude 1673 durch ein Erdbeben stark in Mitleidenschaft gezogen. Im Jahre 1831 ging die Burgruine Rolandseck für 41 Taler in den Besitz der Prinzessin Marianne von Preußen über. Nachdem in einer Sturmnacht vom 28. zum 29.Dezember 1839 ein noch erhaltener Mauerrest einstürzte, bemühte sich der Journalist und Dichter Ferdinand Freiligrath (1810-1876) 1840 um den Wiederaufbau des als "Rolandsbogen" bezeichneten Ruinenrests. Heute befindet sich auf dem Gelände der Burg ein Gastronomiebetrieb mit Aussichtsterrasse. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Zur baulichen Entwicklung der Burg Rolandseck liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Baugestalt der hochmittelalterlichen, 1302 niedergelegten Burg ist nicht bekannt. Offenbar kam der Wiederaufbau von Rolandseck in den 1320er Jahren einem Neubau gleich. Zeitgenössische Quellen berichten von umfangreichen Baumaßnahmen und das Kölner Stift St. Maria ad Gradus wurde 1328 für den Verlust der Weinernte am Burgberg infolge der Baumaßnahmen entschädigt. Die zahlreichen Aufenthalte der Kölner Kurfürsten auf Burg Rolandseck erlauben zumindest vage Rückschlüsse auf eine gehobene Ausstattung der Anlage sowie ein großzügiges Raumprogramm zur Unterbringung der Kirchenfürsten und ihres Gefolges. Die 1475 erfolgten Teilzerstörungen waren offenbar bis 1491 beseitigt worden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Burg Rolandseck 1631 endgültig zur Ruine. Mit dem Wiederaufbau des letzten 1839 durch Sturmschaden zerstörten Ruinenrests beauftragte man den Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Konkrete Angaben zum Baubestand der Burg sind nicht möglich. Auf einem um 1493 geschaffenen Altarbild wird Rolandseck zusammen mit den Burgen Drachenfels, Godesberg und Tomburg nur sehr schematisch wiedergegeben, während die 1636 von Wenzel Hollar angefertigte Federzeichnung die Burg noch als stattliche Reuine mit zwei turmartigen Bauten zeigt. Beim Wiederaufbau rekonstruierte der Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner den Ruinenrest als schlichten Bogen mit einer niedrigen Brüstung zwischen den Pfeilersockeln. Im Unterschied zu dem ursprünglichen Bogen wurde der 1840 entstandene Neubau so gedreht, dass der Blick nicht mehr - der Sage entsprechend - auf das Kloster Nonnenwerth fällt, sondern auf die gegenüber liegende Ruine Drachenfels. Abgesehen von dem Rolandsbogen blieben von der Anlage lediglich geringe Spuren der Ringmauer und der Halsgraben erhalten. (Jens Friedhoff)