EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Landskron a. d. Ahr

Geschichte:

Die in exponierter Lage über dem Eingang des Ahrtales gelegene Burg Landskron wurde 1206 von Philipp von Schwaben auf dem "Mons Gimiche" gegründet und diente ihm als wichtiger Stützpunkt in seinem Kampf gegen den welfischen Gegenkönig Otto von Braunschweig und das Erzstift Köln. Ein Aufenthalt Kaiser Ottos IV. ist für 1212 nachweisbar. Im Jahre 1214 wurde Landskron von dem Staufer Friedrich II. belagert, dem der welfisch gesinnte Befehlshaber Gerhard von Sinzig jedoch die Burg erst 1215 öffnete. Von diesem Zeitpunkt an befand sich die Burg in Reichsbesitz. Die Verwaltung oblag den Reichsministerialen aus dem Hause Sinzig. Mit Gerhard IV. von Sinzig erlosch dieses Burggrafengeschlecht im Mannesstamm. Burg und Herrschaft Landskron fielen durch Heirat an die Familien von Einenberg, von Schönenberg und von Tomburg. Um 1800 finden wir schließlich die Freiherren vom Stein als Mitbesitzer der Herrschaft Landskron. Die Burg selbst wurde bereits im 17. Jh. mehrfach durch fremde Truppen besetzt: 1616 Spanier, 1632 Schweden und 1633 Spanier. Als auch der Herzog von Jülich einen Anteil an der Herrschaft Landskron erworben hatte, verlegte er in die Burg 1659 eine Garnison. Eine Feuersbrunst führte 1677 zur Zerstörung der Anlage. Wenige Jahre später, 1682 wurde der Kronenturm niedergelegt und 1714 ließ Pfalzgraf Philipp Wolfgang, Herzog von Jülich, die Ruinen sprengen, um sie im Kriegsfall für Feinde unbrauchbar zu machen. Da der Burgberg, wie zahlreiche Basaltkuppen der Eifel durch einen geplanten Steinbruchbetrieb gefährdet war, gründete sich 1889 ein Verein zur Rettung der Ruinenreste. Der Kreis Ahrweiler erwarb die Burg und ließ 1906 und 1910 Teile der Anlage ergraben. Infolge eines Erdbebens erlitt die Burgruine 1992 Schäden. Im Bereich des obersten Tores wurden 1999 Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die Baugeschichte der Burg ist bislang erst unzureichend erforscht worden. Ein Teil der noch erkennbaren Mauerreste der Kernburg wird vermutlich noch in das beginnende 13. Jh. zu datieren sein. Aus der Gründungszeit der Burg stammen vermutlich auch die Funde romanischer Bauplastik (Löwenköpfe, Kapitelle und andere Werkstücke). Ferner stieß man bei den Grabungen auf Bodenfliesen mit heraldischen Motiven, die ebenfalls in das 13. Jh. datieren. Die ehemals wohl recht weitläufige Zwingeranlage am östlichen Abhang der Niederburg wird sehr wahrscheinlich ins Spätmittelalter zu datieren sein. Östlich unterhalb der Oberburg (A) befinden scih die Reste eines angeblich 1646 entstandenen Rondells. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die wenigen noch erkennbaren Ruinenreste erlauben nur wenig Rückschlüsse auf die Baugestalt der im Kern hochmittelalterlichen Burganlage. Der Zugang zur Burg erfolge von Norden durch eine von einem Rundturm flankierte Toranlage, die in einen Zwinger östlich unterhalb der Niederuburg führt. An die relativ kleine Oberburg im Süden schließt sich die weitläufige Niederburg an. Unterhalb der Oberburg haben sich im Osten einige Maurereste eines frühneuzeitlichen Rondells aus der Mitte des 17. Jh. erhalten. Die in einem Burgfrieden von 1366 erwähnten Baulichkeiten lassen sich nicht lokalisieren. In dem Dokument werden zwei zwei Zisternen genannt. Ein weiterer Brunnen befand sich 1419 in der Zwingeranlage. (Jens Friedhoff)

Arch-Untersuchung/Funde:

Zu beginn des 20. Jahrhunderts fanden im Bereich der Burg Ausgrabungen statt. Das Fundmaterial (romanische Bauplastik; Bodenfliesen mit heraldischen Motven) datiert vornehmlich in das 13. Jahrhundert. Besondere Beachtung verdient eine auf der Burg aufgefundene Bombarde aus der Zeit um 1400. (J.F.)