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Neuenbaumburg

Geschichte:

Die Gründung der über dem im Spätmittelalter mit Stadtrechten ausgestatteten Ort Neu-Bamberg gelegenen Neu-Baumburg erfolgte sehr wahrscheinlich um 1253. Initiatoren der Burggründung waren die Raugrafen. 1253 ist die im Unterschied zur "Altbaumburg" als "Neu-Boinburtg" (Neubaumburg) bezeichnete Anlage in den Schriftquellen erstmals nachweisbar, als sich die Raugrafen Heinrich I. und Ruprecht II. mit ihrem Vetter Konrad I. wegen Zwistigkeiten aufgrund der Errichtung einer neuen Burg bei dem Dorf Sarlesheim einigten. Im Vorfeld der Burg entstand eine Siedlung, wo sich die Bewohner des später wüst gefallenen Ortes Sarlesheim niederließen. 1320 erhielt der Ort Neu-Bamberg Stadtrechte. 1337 war die Burg bereits an Kurmainz verpfändet. Im Jahre 1419 ein Teilungsvertrag zwischen dem Mainzer Erzb. Johann II. und Graf Johann V. von Sponheim-Starkenburg über die innere Burg, in dem einzelne Gebäude genannt werden ( u. a. ein talseitig gelegenes "langes Haus"). 1467 gelangte sie an die Falkensteiner. 1663 wurde Neu-Bamberg endgültig den erzstiftisch mainzischen Besitzungen einverleibt. 1688 erfolgte die Zerstörung der Anlage. (Jens Friedhoff u. Reinhard Friedrich)

Baubeschreibung:

Die auf einem Berg über dem Ort Neu-Bamberg gelegene Burg Neu-Baumburg wurde über einem unregelmäßig-fünfeckigen bis polygonalen Grundriss aufgeführt. Von der relativ kleinen kompakten Anlage haben sich Mauerreste der Hauptburg sowie der Vorburg erhalten, allerdings machen im Zuge moderner Sanierungsmaßnahmen entstandene Überformungen eine Ansprache der Mauerbefunde oft nur schwer möglich. Ursprung der Kernburg war vielleicht ein donjonartiger Wohnbau in ihrer Südwestecke. In der Öffnung der nördlichen Längswand ist ein Teil eines spätgotischen Spitzbogenfensters enthalten. An die Ringmauer der Kernburg lehnten sich an zwei Seiten Gebäude an. Im Vorburgbereich befindet sich die neugotisch umgeformte kath. Kirche St. Dionysius (umgebaut 1756) u. 1881/82, deren Ursprünge bis ins 13. Jh. zurück reichen und die sehr wahrscheinlich auf die mittelalterliche Burgkapelle zurück geht. (Jens Friedhoff u. Reinhard Friedrich)