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Jesberg

Geschichte:

Die Anfänge der auf einem Gipfel über dem gleichnamigen Ort im Gilsatal gelegenen Burg Jesberg reichen sehr wahrscheinlich bis in das beginnende 13. Jahrhundert zurück. Gegründet wurde die Burg von den Herren von Linsingen, die sie bereits 1241 an das Erzstift Mainz veräußerten. Seitdem bildete Jesberg neben Fritzlar und Naumburg einen der Hauptstützpunkte der Mainzer Erzbischöfe gegen die Landgrafen von Hessen. Nach dem Verkauf der Burg wurden die Herren von Linsingen mainzische Burgmannen auf Burg Jesberg. In den Auseinandersetzungen zwischen dem rheinischen Erzstift und den Langrafen von Hessen wurde Jesberg 1350 von Hessen beschädigt und eingenommen, jedoch 1364 wiederhergestellt. Eine erneute Belagerung der Anlage erfolgte 1400 nach der Ermordung des Herzogs Friedrich von Braunschweig durch das Erzstift Mainz, da sich die Herren von Linsingen den Landgrafen von Hessen angeschlossen hatten. Die Burg wurde erneut belagert. Nach einem Vergleich erhielten die Herren von Linsingen Jesberg 1403 die Hälfte der Burg als Pfand. Zusammen mit der unweit entfernt gelegenen Burg Densberg wurde Jesberg 1469 zerstört. Eine weitere Zerstörung der erneuerten Burg erfolgte 1524. Abermals erneuert, überließ man 1586 die militärisch mittlerweile bedeutungslose Burg 1586 derm Verfall. Die Ruinen wurden zum Teil niedergelegt und der Baubestand durch Steinraub dezimiert. (J.F.)

Bauentwicklung:

Die 1241 als "Jagsberg" anlässlich ihres Übergangs von den Herren von Linsingen an das Erzstift Mainz bezechnete Burg ist im Wesentlichen ein spätmittelalterlicher "Neubau", der - mit Ausnahme des wohl hochmittlalterlichen Bergfrieds - nach einer Zerstörung im Jahre 1469 entstand. Weitere Bauteile wurden erst nach abermaliger Vernichtung der Burg nach 1524 aufgeführt. Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Anlage schließlich aufgegeben und verfiel. (J.F.)

Baubeschreibung:

Die Burg Jesberg erhebt sich auf einem steilen Berggipfel oberhalb des im Gilsatal gelegenen gleichnamigen Ortes. Zu den bedeutendsten baulichen Resten der Ruine zählt der runde Bergfried, der im Unterschied zu den übrigen Ruinenresten wohl noch dem hochmittelalterlichen Baubestand der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts angehört. Die übrigen Ruinenreste - es handelt sich um Teile der Ringmauer mit halbrunden Schalentürmen und Gebäudereste - datieren in die zweite Hälfte des 15. bzw. in das zweite Viertel des 16. Jahrhunderts. Die Grundrissgestalt der hochmittelalterlichen Anlage ist bislang unbekannt. Erhaltene Ringmauerreste im Bereich der Kernburg erlauben zumindest eine ungefähre Rekonstruktion des länglichen Ringmauerverlaufs, der im Bereich des Bergfrieds im stumpfen Winkel gebrochen ist. Mehrere halbrunden Schalentürme erlauben eine Klassifizierung der Anlage als Kastellburg. Über die baulichen Dimensionen eines in Resten erhaltenen Wohngebäudes sind keine sicheren Ausagen möglich. (J.F.)