EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Gundheim

Geschichte:

Seit dem 12. Jh. ist in Gundheim ein Reichsministerialengeschlecht nachgewiesen, das sich vielleicht schon nach der erstmals 1276 erwähnten Burg (castro Guntheim) benannte; zwischen 1246 und 1260 treten die Reichsministerialen von G. als Gefolgsleute der Reichsministerialen von Bolanden-Hohenfels in Erscheinung, die 1276 auf ungeklärte Weise in den Besitz von Burg und Dorf gekommen waren und gemäß einer Urkunde von 1294 hier Burgmannen einsetzten; spätestens 1296 verdrängten die Grafen von Leiningen Herrmann und Werner von Hohenfels; die Auseinandersetzungen zwischen Friedrich IV. von Leiningen und Herrmann von Hohenfels endeten 1306 mit einem Vergleich, bevor letzterer seine Rechte an Burg G. 1307 an Friedrich von Meckenheim veräußerte, für 1311 existiert ein Burgfriedensvertrag zwischen den Ganerben Friedrich von Meckenheim, seinem Schwiegersohn, Henrich und Heinrich von Dahn und den Kämmerern von Worms; 1353 werden Baulichkeiten der Burg beschrieben und acht Ganerben genannt, aber auch weiter Zugehörigkeit zum Reich; 1412 öffneten die elf Gemeiner die Burg dem Pfalzgrafen Ludwig III., in der Folgezeit wuchs der Einfluss der Pfalzgrafschaft, aber auch des Erzbistums Mainz; seit Mitte des 15. Jhs. fiel insbesondere den Herren von Oberstein eine führende Rolle auf Burg G. zu, in deren Hand sich 1481 schließlich die gesamte Anlage befand; 1429 eroberten "Wormser Leute" die Burg, 1525 wurde ein Bauernhaufen aus der Burg vertrieben; 1547 wurde die Burg in den Kämpfen zwischen Kurmainz und Kurpfalz schwer beschädigt, endgültig zerstört wurde sie wohl in den Kriegen des 17. Jhs., 1741 bis 1744 wird der Pfalzhof errichtet. (Reinhard Friedrich)

Bauentwicklung:

Der genaue Gründungszeitpunkt und das Aussehen der ersten Burganlage sind unbekannt, Änderungen der mittelalterlichen Baugestalt sind nach 1430, der Zeit der Eroberung durch Truppen der Stadt Worms, zu vermuten, für die Zeit um 1547, nach der Niederbrennung, sind sie urkundlich belegt. (Reinhard Friedrich)

Baubeschreibung:

Weitestgehend abgegangen, nur wenig Mauerwerk mit zwei viereckigen Scharten sowie ein Keller mit Tonnengewölbe erhalten; das fast quadratische Burgareal liegt im Südwesten des alten befestigten Dorfbereiches und war an der Nord- und Ostseite durch den Dorfgraben, an den beiden anderen Seiten durch einen Burggraben geschützt; aufgrund von urkundlichen Erwähnungen 1153, 1359 und 1361 gibt es aber Hinweise auf die Baulichkeiten: demnach verfügte die Burg 1359 über eine zinnenbewehrte Mauer (gezinnite mure), einen frei im Hof (mittin in dem hove) stehenden Bergfried (berfrid), ein überbautes Tor (hus of dem tore) sowie Wohngebäude und war von einem Graben umfasst; zudem wird 1401 eine Vorburg erwähnt. (Reinhard Friedrich)