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Udenheim

Geschichte:

Der Ort Udenheim wird 773 im Besitzverzeichnis des Klosters Lorsch zum ersten Mal genannt. Im Ort waren u. a. das Erzstift Mainz, das Bistum Worms und die Domkirche zu Chalons begütert, 1257 werden wildgräfliche Hoheitsrechte fassbar, und 1367 ist Udenheim Lehen der Grafschaft Sponheim. Aber auch ortsansässige Ritter sind vom 13. bis zum frühen 16. Jh. fassbar.
Diesen gehörte offenbar ein steinerner Turm (steynen thurn zu Udenheim), den Hermann und Diele von Udenheim 1364 dem Trierer Erzbischof Kuno zu Lehen auftrugen. Die Herren von Udenheim dienten Anfang des 15. Jhs. als pfalzgräfliche Burgmannen in Alzey und Oppenheim.
In Abhängigkeit vom Pfalzgrafen verschafften sich im Laufe der Zeit weitere Adelige Besitzrechte im Ort, darunter die Herren von Löwenstein, von Gemmingen, von Bibra, von Dalberg, von Gabsheim und von Dagenrod. Anfang des 16. Jhs. erscheinen die Köth zu Wanscheid (Wahnschied) im Ort, die nach und nach die meisten Güter dieser Adelsfamilien erwarben und 1555 das Udenheimer Lehen übertragen bekamen. Um diese Zeit begannen sie auch, sich direkt neben der mittlerweile verfallenen Burg der Herren von Udenheim ein Residenzschloss zu errichten, das 1591 fertig gewesen zu sein scheint und 1593 erstmals in einem Teilungsvertrag genannt wird. 1680 und 1751 wird das Schloss in Udenheim erneut erwähnt, und 1760 werden die alte Burg und das neue Schloss gemeinsam genannt. Die Herren von Wanscheid behielten das Schloss, das mittlerweile baufällig war, bis zur französischen Revolution Ende des 18. Jhs. Anschließend ging das Anwesen in den Besitz der Familie Zaun über, die es von den Erben der Köth von Wanscheid erworben hatten. (Reinhard Friedrich)

Bauentwicklung:

Über die Baugeschichte des Wohnturms der Herren von Udenheim ist nichts bekannt. Das Mitte des 16. Jhs. von den Köth von Wanscheid unmittelbar neben der offenbar verfallenen Burg begonnene Schloss dürfte 1591 fertig gewesen sein, wie eine Jahreszahl über dem Kellereingang nahelegt. 1790 wird es als baufällig bezeichnet, 1849 waren nur noch Trümmer vorhanden, die Wälle eingeebnet und die Gräben zugeschüttet. (Reinhard Friedrich)

Baubeschreibung:

Es ist völlig unbekannt, wie der steinerne Turm der Herren von Udenheim ausgesehen hat. Es dürfte sich aber um einen Wohnturm gehandelt haben. Auch über das Aussehen des daneben Mitte des 16. Jhs. errichteten Schlosses, dessen letzte Reste Mitte des 19. Jhs. beseitigt wurden, ist nur soviel bekannt, dass es von einem Graben umfasst war. Auf einer Karte Udenheims von 1833 ist es im Osten des Dorfes am Ende des Schlossgässchens im Bereich der Fluren "Inder Lache/Im Weiher" eingezeichnet. Heute steht an der Stelle eine landwirtschaftliche Hofreite. (Reinhard Friedrich)