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Laer

Geschichte:

Die Anfänge des Niederadelssitzes liegen im Dunkeln. Der Ort Laer ist bereits im 9.-10. Jh. nachgewiesen. Möglicherweise ging die Anlage um 1200 aus dem Hof Schulte zu Laer hervor. Folgt man der Vermutung, dass die Hauptburg teilweise eine Pfahlrostgründung des 10. Jhs. aufweist, so zählt Haus Laer zu den ältesten nachweisbaren Adelssitzen im Stadtgebit von Bochum. Das Haus gehörte wohl zu den Besitzungen Graf Friedrichs von Isenberg, der 1226 im Zusammenhang mit der Ermordung Erzbischof Engelberts von Köln hingerichtet wurde. Ein erster Hinweis auf die Existenz des Adelssitzes Haus Laer findet sich in einer 1243 ausgestellten Urkunde. Bis 1259 ist Heinrich zu Vittinghof als Lehnsmann auf Haus Laer nachweisbar. Seit 1413 ist es im Besitz derer von Herten. Umfangreiche Baumaßnahmen fanden unter der Familie von der Leithe gegen Ende des 15. Jhs. statt, die bis 1895 das Haus in ihrem Besitz hielten. Seitdem im Besitz der Familie Frielinghaus. (T.B.)

Bauentwicklung:

Wohl im 10. Jh. wurde die Hauptburg der Anlage auf einer Art "Pfahlrost" aus bis zu 60 cm starken Eichenschwellen in dem ursprünglich sumpfigen Gelände errichtet. Es würde sich somit um die ältesten nachgewiesenen Teile eines profan genutzten Gebäudes in Bochum handeln. Ein "borchhuys" (Burghaus) wird erstmals 1374 in den Schriftquellen erwähnt. Es handelt sich wohl um das mit einer Gräfte umgebene und mit einem Treppengiebel versehene Gebäude der Hauptburg. Im 15. Jh. wird diese Anlage durch eine Vorburg ergänzt. Das Ensemble bestand demnach aus der Hauptburg mit nicht unterkellertem Nordflügel sowie einem Südostflügel, der die ältere Bausubstanz aufgriff, sowie dem bis in die Mitte der 18. Jh. bestehenden Südwestflügel. Die heute noch erhaltenen Gebäude der Vorburg stammen dagegen im Kern aus dem 18. Jh. Die ältere Zugbrücke wurde 1826 durch eine Steinbrücke ersetzt. Kurz nach 1900 wurden Fachwerkobergeschosse auf die bestehenden Gebäude aufgesetzt. (T.B.)

Baubeschreibung:

Zweiteilige Wasserburg, bestehend aus Vor- und Hauptburg. Die beiden Inseln waren urspünglichdurch eine Zugbrücke miteinander verbunden. Die Hauptburg des 14. Jhs. umfasste ein mit einem Treppengiebel versehenes, mehrstöckiges Gebäude mit Keller und beheizbarem Raum im Hochparterre. Dieses wurde im 15. Jh. durch einen Nord- sowie einen Südwestflügel erweitert. Die Gebäude der Vorburg gehen in ihrem heutigen Baubestand auf Baumaßnahmen des 18. Jhs. zurück, wurden jedoch modern überformt. Bei der zweiflügeligen Hauptburg, deren Insel eine Fläche von 28 x 26 m einnimmt, handelt es sich um einen im Sockel- und Erdgeschoss aus Stein und im Obergeschoss in Fachwerkkonstruktion ausgeführten Baukörper. Das Fachwerkobergeschoss wurde um 1920 baulich verändert. (T.B.; J.F.)