EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Hohensyburg

Geschichte:

Die Hohensyburg gehört zu den wenigen Wallburgen, die im Zuge der fränkisch-sächsischen Auseinandersetzungen namentlich genannt werden. 775 melden die Annalen die Eroberung der "Sigiburg" durch die Truppen Karls des Großen. Schon für das Folgejahr wird eine Kirche erwähnt.
Bei der inmitten einer frühmittelalterlichen Wallanlage entstandenen hochmittelalterlichen Burg handelt es sich sehr wahrscheinlich um den Stammsitz der Herren von Sieberg, die in den Schriftquellen erstmals 1253 in Erscheinung treten. Um 1287/88 wurde ihre Burg von Graf Eberhard von der Mark zerstört. Die exponiert gelegene Höhenburg fiel jedoch nicht wüst, sondern wurde - zumindest teilweise - wiederhergestellt. 1496 und 1500 wird ein Graf von Spee als märkischer Verwalter erwähnt, der offenbar auf der Syburg wohnte. Bald nach 1500 gab man die Anlage auf und überließ sie dem Verfall. Im 19. Jh. avancierte die Hohensyburg zu einem beliebten Ausflugsziel und 1857 entstand zu Ehren des Freiherren von Vincke der Vincketurm. Die Gesamtsilhouette des Berges wird von dem 1902 fertig gestellten Kaiser-Wilhelm-Denkmal bestimmt. (J.F.)

Bauentwicklung:

Die frühmittelalterliche Wallburg ist in zwei Phasen errichtet worden, wobei die Hauptburg im Allgemeinen als sächsische Gründung angesehen wird, während die Vorburg von den Franken nach der Eroberung hinzugefügt wurde.
Für die hochmittelalterliche Burg lassen sich aufgrund der nur spärlich fließenden Quellen, die zudem nur die Besitzverhältnisse spiegeln und auf die Zerstörung durch die Grafen von der Mark Bezug nehmen, keine gesicherten Aussagen zur baulichen Entwicklung machen. Eine systematische archäologische Untersuchung fand bislang noch nicht statt. Die noch bestehenden baulichen Reste datieren ins Hochmittelalter. Eine Datierung des Baubeginns ist nicht möglich. Einen ersten Hinweis auf die Existenz der Burg bietet die Erwähnung der Familie Sieberg 1253. (J.F., T.B.) )

Baubeschreibung:

Die 12 ha große Wallburg war durch einen Mittelwall in zwei annähernd gleich große Hälften geteilt, von denen die westliche im Allgemeinen "Vorburg" und die östliche "Hauptburg" genannt wird. Im Wall sind streckenweise Reste einer Trockenmauer erkennbar. Im Norden sind dem Wall neben einem muldenförmigen Graben hangabwärts weitere Befestigungselemente vorgelagert. Im Mittelwall wurde ein sekundär eingebautes Kammertor archäologisch nachgewiesen, auch war ihm im Osten ein bis zu 10,5 m breiter und noch 2,5 m tiefer Sohlgraben vorgelagert.
Bei der hochmittelalterlichen Burg handelt es sich um eine Ringmaueranlage mit zentralem Wohnbau (Palas?). Die das Hauptgebäude umgebende rechteckige Ringmauer weist eine Stärke von 0,9 m auf und wurde aus Sandstein aufgeführt. Insgesamt nimmt die Burg eine Fläche von 22 x 45 m ein. Von dem kaum ansteigenden Gelände an der Nord- West- und Ostseite wird die Burg durch einen noch teilweise erkennbaren Graben abgetrennt. Bei dem wohl als Palas anzusprechenden Hauptgebäude handelt es sich um einen 19,50 x 9,60 m breiten Baukörper. An der Südseite weist der Palas im Erdgeschoss Schießscharten auf und erst im Obergeschoss finden sich Fensteröffnungen. Das Innere des Hauses ist heute bis zum Oberkante des Erdgeschosses aufgefüllt, so dass sich das Laufniveau ungefähr in der Höhe der früheren Geschossdecke befindet. Das Obergeschoss wies ursprünglich zwei Räume auf. In der Trennwand befindet sich ein Kamin. Der kleine etwa 35 Quadratmeter große Raum zeigt zwei mit Ziegeln ausgemauerte Wandnischen. In dem größeren Raum erinnern zwei Gedenktafeln an die Gefallenen der beiden beiden Weltkriege und in der Mitte ist ein Kriegerdenkmal des Bildhauers Fritz Bagdons von 1935 platziert. Die Ringmauer wird an der Nordwest- und an der Südostecke von je einem quadratischem Turm flankiert. Beide Türme weisen mit ca. 7,50 x 8,80 bzw. 8,50 m nahezu identische Maße auf. Ihre Mauerstärke beträgt 1,40. Der Westturm hat sich lediglich in einer Höhe von 1-2 m erhalten und seine Westwand weist eine Schießscharte auf. Abgesehen von den Schießscharten des Hauptgebäudes sind Gerüstlöcher erkennbar. Für den besser erhaltenen Ostturm ist eine Höhe von etwa drei Geschossen anzunehmen. Der Zugang zum Turm befand sich an der Westseite. Im Zuge von Restaurierungsarbeiten 1997 wurde eine byzantinische Münze aus der Zeit zwischen 931 und 944 gefunden. (J.F., S.E.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Grabungen:
- 1893 drei Wallschnitte durch Carl Schuchardt.
- 1976 Grabung Dr. Weißgerber/Hömberg an der Peterskirche und zwar zwischen Kirchturm und NW-Ecke der Grundstücksmauer des Kirchhofes
- 1983Grabung Dr. Hömberg vor dem Kasino-Bau zwischen dem ehem. Hotel und dem Südhang
- 1984 Grabung gegenüber der Kirche und der Schule westlich der Kirchstraße im Jahr 1984. (S.E.)