EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Blankenstein a. d. Ruhr

Geschichte:

Der Bau erfolgte ab 1226 durch Graf Adolf I. von der Mark nach der Verurteilung seines Vetters Friedrich von Isenberg, der des Mordes an Erzbischof Engelbert von Köln beschuldigt wurde und dessen Besitztümer er somit dem Märkischen Einflussbereich zuordnen wollte. Der Bau wurde durch den Truchsess Ludolf von Bönen durchgeführt und vor 1243 vollendet ("castrum Blankenstene"). Seit 1359 sind Drosten auf der Burg belegt. Die Burg wird 1425 zu den vier Hauptschlössern der Grafschaft Mark gezählt. Nach baulichem Verfall im 17. Jh. ordnete 1662 Kurfürst Friedrich Wilhelm die Schleifung an. Bis auf den Torturm wurden alle Gebäude niedergelegt. Ab 1860 wurden auf dem Gelände eine Lüstrierfabrik und ein Restaurant eingerichtet. 1922 ging die Burg an die Stadt Bochum. 1959 wurden viele moderne Überbauungen wieder entfernt. (T. B.)

Bauentwicklung:

Der annähernd quadratische Torturm ist bei einer Seitenlänge von 9 x 9 m ohne Brüstung 26 m hoch. Die unteren 1 ½ Etagen datieren wohl in das 13. Jh. Dazu gehört die große Tordurchfahrt von 2,8 m Breite, die von sauber behauenen Steinen eingefasst ist. Sowohl die höher liegenden Ebenen als auch der heutige Eingangsbereich in etwa 9 m Höhe gehören zu einer späteren Bauphase. Das Fundament eines Rundturms, möglicherweise des Bergfrieds, mit 9 m Durchmesser und einer Mauerstärke von 2,2 m konnte im Südwesten des Burgplateaus archäologisch nachgewiesen werden; ebenso ein weiterer rechteckiger Bau in direkter Nähe des Rundturms sowie ein dritter in Hanglage, beide aus dem Spätmittelalter. Über den Palas berichtet eine Quelle aus dem Jahr 1662, er habe eine Grundfläche von 40x13 m und eine Gesamthöhe von ca. 23 m über dem Burghof besessen haben. (T. B.)

Baubeschreibung:

Die Hauptburg mit Palas und Türmen wird umfasst von einer geschlossenen Ringmauer. Der ursprünglich vorgelagerte Wirtschaftsbereich befand sich wohl um die heutige Straße "Freiheit" herum. Der breite Graben zwischen Haupt- und Vorburg wird heute von Brücke des 19. Jhs. überspannt. (T. B.)

Arch-Untersuchung/Funde:

1959/60 erfolgten Grabungen im Burghof durch K. Brandt. Kleinere Baubeobachtung 1998 ohne signifikante Ergebnisse.