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Steinhausen a. d. Ruhr

Geschichte:

Die Ersterwähnung erfolgte 1297, als Bernhard von Witten-Steinhausen als Burgmann auf Burg Volmarstein und Ministeriale des Kölner Erzbischofs erwähnt wurde. Im Zuge einer Erbteilung wrden 1321 die Besitzungen der niederadeligen Familie aufgeführt. Unter Bernhards Söhnen wurde der Besitz geteilt. Im Blick auf die Burg Steinhausen ist in der Urkunde von einer "obersten" und einer "untersten Wohnung" die Rede. Erwähnt werden Tor, Kemenate und die Kapelle in der "untersten Wohnung", Küche und Grashof. Infolge der Verwicklung des Hermann von Witten in die Auseinandersetzungen zwischen den Grafen von Mark und der Reichsstadt Dortmund wird der Adelssitz 1434 durch ein Aufgebot der Stadt Dortmund zerstört. Von den Söhnen Hermanns stiftet Franke die Linie Witten-Berge und Heinrich den Zweig Witten-Crengeldanz, die über eigene Adelssitze verfügten. Auf dem Heiratsweg gelangte Steinhausen im 15. Jh. durch die Erbtochter Jutta an die Familie Stael von Holstein, in deren Besitz sich auch die unweit entfernt gelegene Burg Hardenstein a. d. Ruhr befand. 1732 ging Haus Steinhausen sowie der dazu gehörende Besitz an die Familie von Elverfeldt über, die auch die zum Anwesen gehörenden Bergwerke übernahm. Initiiert durch Levin von Elverfeldt erfolge der Ausbau mehrerer Bergwerke sowie 1829 die Muttenthalbahn als eine der ersten Schienenbahnen im Ruhrgebiet. 1851 erfolgte die Aufteilung von Steinhausen unter zwei niederländische Besitzer. Der Unternehmer Friedrich Wilhelm Dünkelberg - seit 1893 Eigentümer des Rittersitzes - ließ umfangreiche bauliche Veränderungen vornehmen. (J.F.)

Bauentwicklung:

Über die bauliche Entwicklung des Hauses Steinhausen an der Ruhr im Mittelalter sind wir nur unzureichend informiert. Anlässlich der Erbteilung des Besitzes 1321 werden verschiedene Bauteile "unterste" und "oberste" Wohnung, Kapelle, Kemenate, Küche und Grashof genannt. Nach ihrer Zerstörung durch ein Aufgebot der Stadt Dortmund 1434 wurde der Adelssitz offenbar nur notdürftig in Stand gesetzt. 1529 ist von einem Neubau durch Hardenberg Stael von Holstein die Rede. Dessen Enkel Robert hat nach Ausweis der noch erkennbaren Bauinschrift 1607 das noch erhaltene Giebelhaus erbaut und 1648 eine Kapelle errichten lassen. Unter der Familie von Elverfeldt entstand im Westteil des Burggeländes 1810 das klassizistische Herrenhaus. Weitere bauliche Maßnahmen, die 1904 durchgeführt wurden, bezogen sich auf Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude und Kapelle. Der kleine Rundturm, dessen bauliche Ursprünge evtl. bis ins Spätmittelalter zurück reichen, erhielt in der zweiten Hälfte des 19. Jh. eine Außentreppe sowie 1862 einen Spitzhelm und einen Zinnenkranz. Der Spitzhelm wurde 1999 wegen Baufälligkeit abgenommen und auf dem Innenhof des Rittersitzes aufgestellt. (J.F.)

Baubeschreibung:

Burg Steinhausen an der Ruhr präsentiert sich dem Betrachter als eine zweigliedrige Anlage, bestehend aus Vor- und Hauptburg. Reste der mittelalterlichen Anlage haben sich nicht erhalten. Evtl. wurden bauliche Reste beim Bau des kleinen Rundturmes am Steilabfall zum Ruhrtal verwendet. Ungeachtet der Tatsache, dass der Baubestand des Rittersitzes vornehmlich in das 17.-19. Jh. datiert, spiegelt die Zweiteiligkeit der Anlage vermutlich in etwa die bauliche Situation, die 1321 in dem Teilungsvertrag beschrieben wird. Parallel zur Hangkante gruppieren sich von Westen nach Osten am Standort der "untersten Wohnung" das langgestreckte, zweigeschossige, klassizistische Herrenhaus mit der Kapelle und auf dem Gelände der "obersten Wohnung" der kleine, im 19. Jh. mit einem Zinnenkranz und Spitzhelm versehene Rundturm, das Giebelhaus aus dem beginnenden 17. Jh. sowie eine steinerne Remise. Südlich der Hangkante liegt der dreiflügelige Komplex der Wirtschaftsgebäude. Der breite Baukörper des mit einem Krüppelwalmdach versehenen Herrenhauses weist im Westteil einen Keller auf, der als Rest eines mittelalterlichen Zweiraumhauses mit einem in der Mitte angeordneten Kamin zu interpretieren ist. Östlich schließt sich an das Herrenhaus die in historisierenden Formen überformte Kapelle an. Die Krypta, die im Eingangsbereich in das Jahr 1642 datiert, enthält Grabsteine verschiedener Familienmitglieder des Hauses Stael von Holstein aus dem 16.-18. Jh. (J.F.)