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Blomberg

Geschichte:

Stadt und Burg Blomberg gelten als Gründung Bernhards III. zur Lippe zwischen 1231 und 1240/55; man nimmt aber an, dass die Burggründung noch auf die Herren von Schwalenberg zurück geht. Im 14. Jh. ist die Burg Sitz von neun Burgmannen. Zwischen 1400 und 1511 fungierte die Burg als landesherrlich-lippische Residenz. Zusammen mit der Stadt wurde sie in der Soester Fehde 1447 zerstört und unmittelbar danach wieder aufgebaut. Durch das Testament des Grafen Simon VI. zur Lippe gelangte die Burg 1511 an die Linie zur Lippe-Brake und darüber an das Haus Schaumburg-Lippe. Im 17. Jh. war die Anlage Amtshaus des Amtes Blomberg und diente zur Ausstattung von Nebenlinien des Adelshauses. Aus dem Besitz des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe erwarb die Stadt Blomberg die Burg 1962 und veräußerte sie 1971 an den Landesverband Lippe. Seit 1974 sind Gastronomie und Hotel darin untergebracht. (R.Pieper)

Bauentwicklung:

Die Burg lehnt sich an die Stadtmauer des 13. Jh. an. In dieser Zeit entstand sicherlich die Ursprungsanlage. Die bestehenden und in den späteren Umbauten erhaltenen Reste - besonders im Südflügel - stammen aus der Zeit vor der Zerstörung 1447, genauere Untersuchungen fehlen aber. 1474 gab es außer dem Palas weitere Wohngebäude (darunter das "Kinderhaus"), einen Bergfried, eine Küche, Backhaus und Vorwerk, auf den Vorplatz führte eine Brücke; 1485 wird eine Burgmühle erwähnt. Um 1500 erfolgte die Erneuerung des Bergfrieds und der Zugbrücke, ein neues Brunnenhaus wurde gebaut. Ab 1560 erfolgte die Umgestaltung zum Renaissanceschloss. Der Ostflügel als Hauptgebäude stammt von 1569, der Nordflügel von 1567, der westlich sich daran anschließende Marstall aus dem 18. Jh., das Tor ("Weinpforte") aus den Jahren 1560/70. (R.Pieper)

Baubeschreibung:

Der Grundriss des heutigen Schlosses bildet annähernd ein Fünfeck, wobei die geknickte Südwand und wohl auch die Ostwand im Bereich des Palas die Stadtmauer bilden. Der Zugang liegt in der abgestumpften Spitze im Westen; zur Stadt nach Norden hin bestanden Graben und Wall. Das massive Palasgebäude im Südosten steht mit der Traufseite auf der Stadtmauer, es datiert im Kern vielleicht aus dem 14. Jh. (die ältesten datierbaren Formen nach 1447). Im Erdgeschoss liegen zwei ungleich große Räume mit Kaminen an der West- und der Innenwand, im Obergeschoss befindet sich ein Saal. Den Kern des Hauses bildet der größere Westraum als eigenständiges Gebäude (14 x 14 m), dem der schmalere Ostteil nachträglich angefügt wurde.
Als Hauptgebäude fungiert heute der Neue Saalbau im Osten von 1560/61, der die Flucht der Mauer aus dem 13. Jh. nicht aufnimmt. Der Nordflügel stammt von 1567, das Amshaus von 1572. (R.Pieper)

Arch-Untersuchung/Funde:

Baubeobachtungen, dabei mittelalterliche Keramikscherben gefunden, die nicht näher untersucht wurden.