EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Herlingsburg

Geschichte:

Die eisenzeitliche Burg wird allgemein mit der für das Jahr 784 genannten Skidrioburg (vgl. auch Alt-Schieder!) gleich gesetzt; sie war in Zusammenhang mit den Sachsenkriegen Karls d. Großen noch in Benutzung, vermutlich sogar weit darüber hinaus. Die Interpretation Skidrioburg = Herlingsburg hat ihren Ursprung in eisenzeitlicher Keramik in der Wallschüttung, die beim sächsischen Ausbau dort hinein gelangt sein soll (vgl. Geschichte Alt-Schieder).
In der schriftlichen Überlieferung taucht sie erst zwischen 1463 und 1527 als Herlingsburg wieder auf und wird bei Schnadegängen erwähnt. 1607 wird sie nur mehr als Gehölz bezeichnet.
Die wohl auf die Monumenta Paderbornensia des Ferdinand von Fürstenberg zurück gehende Bezeichnung Hermanns- oder Arminusburg entbehrt jeder Grundlage. (R.Pieper)

Bauentwicklung:

Die eisenzeiltiche Burg soll in den Sachsenkriegen ausgebaut worden sein, dabei sollen auch Wälle neu angelegt worden sein. In den oberen Schichten des Walls befindet sich sekundär verlagertes eisenzeitliches Siedlungsmaterial. Die Vorgänge konnten allerdings bislang archäologisch nicht konkretisiert werden. (R.Pieper)

Baubeschreibung:

Unregelmäßig geformte, sich der Kuppe des isoliert stehenden Berges etwa an der 340-m-Linie anpassende Ringwallanlage. Der Hauptwall im Westen ist gebogen und bildet im Osten eine Spitze aus. Er besteht aus einer äußeren und einer inneren doppelten Holzschalenwand aus sächsischer Zeit. Mehrere Abschnittswälle deuten im Norden den Zugang an. Archäologisch wurden die Reste der durch Pfostensetzungen stabilisierten, zwingerartig-breiten Torwangen nachgewiesen. Hier befindet sich auch heute der Zugang zur Wallburg.
Der Brunnen in der Quellmulde etwa in der Burgmitte wurde 1949 zerstört. (R.Pieper)

Arch-Untersuchung/Funde:

1902 durch C. Schuchhardt und O. Weerth, 1934 durch H. Müller-Brauel (Grabhügel), 1967 durch F. Hohenschwert, 2002 durch M. Zelle. (R. Pieper)