EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Horn bei Bad Meinberg

Geschichte:

Allgemein wird angenommen, dass die älteste Burg mit der Stadt kurz vor 1248 von den Edelherren zur Lippe angelegt wurde; die Stadt hatte allerdings eine ältere Vorsiedlung um die Johanniskirche.
Ein landesherrliches steinernes Haus wird 1310 und 1326/30 erwähnt, ein Burgmann 1344. Zwischen 1344 und 1556 war die Ministerialenfamilie Bose ansässig; ihr Burgmannensitz lag seit 1556 nahe der Kirche. Eine Bauinschrift an der Burg von 1348 lässt auf bedeutende Umbauten und/oder Erweiterungen durch Bernhard V. zur Lippe schließen. Im 16. Jh. erfolgten Verpfändungen der Burg an von Westphal (1516) und von Donop. 1538 wurde bei der Burg ein Vorwerk (neu?) angelegt (Wirtschaftshof, heute Haus Geise, Stadtwerke). Inventarverzeichnisse von 1591 und 1626 zeigen die Raumaufteilungen im Hauptgebäude der Burg und listen Inventar auf. Bereits 1626 war die Burg Amtshaus. Nach einem modernisierenden Umbau zwischen 1656 und 1659 durch Graf Hermann Adolph zur Lippe war Horn seit 1666 nur mehr Witwensitz und gelegentlicher Aufenthaltsort der Grafen, zudem Amtshaus. Nach einer umfassenden Sanierung in den 1980er Jahren wurde Burg Horn einer neuen Nutzung zugeführt. Die Anlage beherbergt u. a. ein Museum.
1326 stiftet Edelherr Simon I. zur Lippe eine Marienkapelle am Burgplatz, die 1448 als Kapelle Unserer Lieben Frau erwähnt wird. Der Burgplatz erhielt 1566 seine heutige Gestalt. 1339 wird durch Adelheid zur Lippe geb. von Waldeck ein Armenhaus im Burgbezirk gegründet, das 1564 verlegt wird. (R.Pieper)

Bauentwicklung:

Die vermutlich um 1248 erbaute Burg wurde 1348 bedeutend umgebaut oder erweitert. Ein weiterer Umbau erfolgte ab 1656, dabei wurde der Ostflügel und ein hohes barockes Treppenhaus angefügt..Im Zuge der 1983 bis 1986 durchgeführten Sanierungsmaßnahmen erhielt der quadratische Turm seine Obergeschosse sowie ein neues flaches Zeltdach. (R.Pieper; J. Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die Burg Horn ist aus drei Baukörpern zusammen gesetzt; die Ostseite der Burg ruht auf der Stadtmauer.
Den Kern der Burg bildet ein ursprünglich mehrgeschossiger Wohnturm, der entweder bereits um 1248, wahrscheinlich aber erst kurz vor 1348 erbaut wurde. Ein Inschriftstein in der Stadtseite nennt: "BERNHARDUS NOBILIS VIR DNS LIPPENSIS HANC DONUM CONSTRUXIT ET COMPLEVIT ANNO DOM: MCCCXL VIII", dazu ist ein Stein mit den Wappen der Lippischen Rose und dem Waldecker Stern eingelassen. Horn bildet den ältesten Typ der kleinen lippischen landesherrlichen Stadtburgen.
Die Ansicht von van Lennep 1662/63 zeigt den Turm mit einer offenbar aufgeständerten barocken Schweifhaube, daran angeschlossen ist der barocke Zweiflügelbau, der ein Geschoss höher war als heute. Am hohen Treppenhaus zum Burgplatz ist ein Portal mit Wappen von 1659 eingebaut.
Innen liegt ein Keller mit Brunnen, ein zweiter ist mit einer Koch- und Feuerstelle ausgestattet. (R.Pieper)

Arch-Untersuchung/Funde:

1986 durch H. Luley (Brunnen) wg. Tieferlegung der Kellerräume.
Trink- und Essgeschirr aus Glas, Keramik und Holz, dazu einige Metallobjekte. 14. - 16. Jh. Fragmente von Stangengläsern und Glaskaraffen aus dem 16. Jahrhundert, tiefer lagen gedrechselte Schalen, Jakobakannen, Scherben von Trinkbechern und Schüsseln, bauchige Steilwandkrüge und Trichterhalskrüge aus Norddeutschland.