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Zeppenfeld

Geschichte:

Die Anfänge der als Wasserburg im Hellertal errichteten Burg Zeppenfeld reichen vermutlich bis in das ausgehende 13. Jh. zurück. Mitglieder des im südlichen Siegerland stark verbreiteten Ganerbenverbandes der Herren von Seelbach nennen sich in der urkundlichen Überlieferung erstmals 1290 nach Zeppenfeld. Von der Burg selbst ist erstmals in einer am 8. Okt. 1393 ausgestellten Urkunde die Rede. Im 14. Jh. hatten die Herren von Seelbach zu Zeppenfeld u.a. Burglehen der Grafen von Sayn inne. Wie Hohenseelbach war auch das Haus zu Zeppenfeld eine Ganerbenburg. Für das ausgehende 14. und die erste Hälfte des 15. Jhs. liegen zahlreiche Belege für den Verkauf bzw. die Pfandnahme verschiedener Anteile an der Burg Zeppenfeld vor. Ein Burgfriedensvertrag ist für 1428 überliefert. Um 1600 befand sich Haus Zeppenfeld im Besitz des Konrad von Seelbach genannt Quadfassel (+1610), nach dessen Ableben der Rittersitz an seinen Neffen Gottfried gelangte. Mitte des 17. Jhs. entbrannte ein langjähriger Erbstreit innerhalb der Familie von Seelbach um die Besitzrechte an dem Hause Zeppenfeld. Nach dem Ableben des letzten männlichen Mitglieds der von Zeppenfeld begann 1739 eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen den erbberechtigten Verwandten. Schließlich teilten sich die angeheirateten Familien von Quernheim und vom Stein den Besitz. Später gelangte die Hälfte des Hauses an die Freiherren von Steproth, die bis 1876 zu Zeppenfeld wohnhaft waren. Die andere Hälfte war Ende des 19. Jhs. in bürgerlichen Besitz gelangt und diente ab 1878 als Schule. Heute wird das Herrenhaus privat genutzt. (J. Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die bauliche Entwicklung der Wasserburg zu Zeppenfeld ist bislang noch nicht untersucht worden. Das noch bestehende, unter einem Mansarddach zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem Baukörper zusammengefasste zweiteilige Gebäude weist noch erhebliche Reste aus dem Spätmittelalter auf (u.a. Kellergewölbe). Teile der ehemals weitläufigen Anlagen der über längsovalem Grundriss aufgeführten Niederungsburg fielen Mitte des 19. Jhs. dem Bau der Landstraße von Neunkirchen nach Burbach zum Opfer. Das Burgareal wurde teilweise durch Wohnhäuser überbaut. Erhalten blieb im Wesentlichen das oben beschriebene über hohem Kellergeschoss errichtete, zweigeschossige Herrenhaus, das an der Hofseite durch einen in den 1980er Jahren neu aufgeführten runden Treppenturm bereichert wird. An der zur Straße ausgerichteten Schmalseite des Gebäudes entstand eine Metzgerei. (J. Friedhoff)

Baubeschreibung:

Von dem Rittersitz Haus Zeppenfeld blieb nach teilweiser Niederlegung von Gebäuden und die Einebnung der Wassergräben Mitte des 19. Jhs. lediglich das zweigeschossige Herrenhaus mit Mansarddach erhalten. Das äußere Erscheinungsbild des zweiteiligen Hauses wurde durch neuzeitliche Umbauten in den 1980er Jahren geprägt (Treppenturm von 1984; neue Fenster; Anbau eines Ladenlokals an der straßenseitigen Front des Burghauses). Die beeindruckende Größe der Ganerbenburg Zeppenfeld lässt sich aus dem um 1830 entstandenen Urkataster erschließen. Deutlich erkennbar ist ein länglich ovales Burgareal von 108 bzw. 135 m Ausdehnung. Zum Zeitpunkt der Aufnahme des Urkatasters befand sich auf dem Gelände lediglich das noch erhaltene Burghaus sowie ein heute nicht mehr existierendes Nebengebäude. (J. Friedhoff)