EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Herrenstrunden, Zweiffel

Geschichte:

Die Existenz von Burg Zweiffel im 13. Jahrhundert lässt sich indirekt aus den urkundlichen Belegen des ritterbürtigen Geschlechtes "von Strune" in den Jahren 1251,1294, 1304 und 1341 ableiten. Seit der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts findet sich die Burg im Besitz der Familie von Zweiffel, die seit 1220 in der Kölner Pfarre St. Columban nachgewiesen ist. 1551 ist ein Heinrich von Zweiffel als Besitzer der landtagsfähigen Burg genannt. 1585 geht die Burg zu zwei Dritteln an Friedrich v. Schaffhausen und zu einem Drittel an Ludwig von Metternich, der seinen Anteil 1594 an den Kölner Ratsherrren Matthias Düsterloh verpfändet. Kurz darauf kauft Düsterloh das gesamte Burggut auf und betreibt hier eine "Follmühle", d. h. eine Tuchwalkerei. Ein Enkel Düsterlohs, Dr. Hermann von Bircken, genannt Birckmann soll das bis heute erhaltene Burghaus kurz vor 1663 errichtet haben. Doch scheint es bereits auf einer Karte der Malteserkomturei Herrenstrunden aus dem Jahr 1730 abgebildet zu sein. Die alte Burg dient nach dem Ausbau weiter als Wirtschaftshof. In der Folge sind mehrere Besitzerwechsel zu konstatieren.
1848-49 werden Teile der Burg beim Bau einer neuen Landstraße zerstört. Dabei werden Wassergräben und Weiher zugeschüttet. (T. Potthoff)

Bauentwicklung:

Bei der mittelalterlichen Burg Zweiffel scheint es sich um eine Wasserburg gehandelt zu haben. Das bis heute erhaltene Burghaus entstand vor 1663. 1942 brannten die Dächer der Anlage ab und wurden erneuert. (T.Potthoff)

Baubeschreibung:

Ursprünglich scheint Burg Zweiffel eine zweiteilige Wasserburg gewesen zu sein. Erhalten ist heute lediglich das im 17. Jahrhundert neu errichtete Burghaus, ein zweigeschossiges Bruchsteinhaus mit einem Walmdach. An der Südostecke ist ein dreigeschossiger Turm mit einer geschweiften Haube eingebunden. Bei diesem könnte es sich möglicherweise auch noch um ein älteres Element der Burg handeln. Eine Karte der Malteserkomturei Herrenstrunden von 1689 bzw. 1730 zeigt auch eine Ansicht von Burg Zweiffel. Diese ist hier von einer Ringmauer und einem Wassergraben umgeben. Zwei kleinere Gebäude könnten die Vorburg darstellen. Diese liegt im Südosten des Burghauses und ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durch eine Landstraße von diesem getrennt. Es handelt sich heute um ein um einen rechteckigen Hof angeordnetes Fachwerkensemble. Bemerkenswert ist das steinerne so genannte Herkenrather Tor, das möglicherweise noch zum mittelalterlichen Baubestand gehören könnte. Außer einem ausgeprägten Falz an der Außenseite lassen sich aufgrund des Verputzes leider keine Konstruktionsmerkmale festmachen (T. P.).