EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Kolvenburg

Geschichte:

Das Haus Kolvenburg wurde im 13. Jahrhundert von den Rittern von Billerbeck errichtet. Die Burg heißt erst seit dem 16. Jh. "Kolvenburg", vorher wurde sie "Voetshues" und "Burg Overwater" genannt. Im 14. Jahrhundert fiel die Burg an die namensgebende Familie Colve. Nach deren Aussterben um 1349 ging die Kolvenburg nacheinander in den Besitz der Familien von Holthausen, von Voet (1383), von Münster (1494), Oer zu Kakesbeck und Viermundt zu Bladenberg über. Mitte des 17. Jahrhunderts fiel die Burg an die Familie von Romberg. Spätestens seit 1566 war die Burg verpachtet. Seit 1962 gehört die Burg der Stadt Billerbeck. (S.E.)

Bauentwicklung:

Vermutlich stand an dem Burgplatz schon eine Motte. 1456 wurde die Burg in der Münsterschen Stiftsfehde zerstört. Danach wurde ein Haus mit angeschlossenem Tortum und ummauertem Hof errichtet. Das Gebäude wurde mehrfach vergrößert, bis in der 2. Hälfte des 16. Jhs. wurde auch der letzte Rest des Hofes überbaut wurde. Der nun geschaffene Baukörper verlangte ein einheitliches Dach, die bisherigen Giebeldächer wurden durch ein Krüppelwalmdach ersetzt. Seine endgültige Gestalt erhielt der Bau im Jahr 1596. Von 1958-76 wurde die Burg umfassend renoviert. (S.E.)

Baubeschreibung:

Das Herrenhaus ist von einem Graben umgeben. Neben dem Gebäude ist ein Stück der Uferterrasse der Berkel durch einen trockenen Graben abgetrennt worde, sodass ein nach Süden runder Burgplatz entstand, der außerdem künstlich leicht erhöht war. Vermutlich stand hier ursprünglich eine Motte, später diente der Platz als Vorburg.
Im heutigen Bau stecken Reste eines Torturmes und eines Hauses mit nordwestlich anschließendem, ummauertem Hof. Es ist ein würfelförmiger, zweistöckiger Baukörper mit Krüppelwalmdach und Keller in der Osthälfte. Die Längswände sind aus Bruch- und Werksteinen, Vorbau und Giebelwände aus Ziegeln errichtet. Im Jahr 1735 standen außer dem Wohnhaus noch ein Bauhaus, ein Schuppen und ein Torhaus. (S.E.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Zwei Sondagen an den Fundamenten 1970 erbrachten keine Ergebnisse. Im selben Jahr wurden auf dem nahen Gelände der Hauptschule zwei konzentrisch um die gesamte Anlage verlaufende Gräben festgestellt (Breite 4,50 und 3,20 m, Tiefe 1,40 und 0,90 m), die nicht datiert werden konnten. (S.E.)