EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Dülmen

Geschichte:

Der Münsteraner Bischof Burchard von Holte ließ hier auf künstlich erhöhtem Gelände 1115 ein Festes Haus errichten: "dat hues to Dulmene". 1121 wurde die Burg durch Herzog Lothar von Sachsen zerstört. Erst 1137 wurde die Grenze auf Veranlassung von Bischof Werner mit einer Burg in Hausdülmen wieder gesichert. 1305 wurde sie vom Grafen von der Mark erobert. Die militärische Rolle der Burg sank mit dem Aufkommen von Feuerwaffen, zuletzt waren 1451 Reiter des Herzogs von Kleve in der Burg stationiert. Während des Konfliktes mit den Wiedertäufern regierte 1532 Bischof Franz von Waldeck sein Bistum von Burg Hausdülmen aus. Nach Münsters Eroberung wurden die Anführer Jan van Leyden, Bernhard Knipperdolling und Bernhard Krechting 1535 für sechs Monate im Bergfried eingekerkert. Die Truppen des Herzogs von Alba zerstörten 1589 im spanisch-niederländischen Krieg die Burg mit Ausnahme des Turms. Die Amtsverwaltung zog 1657 von Hausdülmen nach Dülmen. Im 17. Jahrhundert versandeten die dann als Gärten genutzten Gräben, 1777 wurden der Bergfried, das Amtshaus und die Reste der Ringmauer abgerissen. (S.E.)

Bauentwicklung:

Die erste Burg war wahrscheinlich eine Motte. Die Ringmauerburg wurde nach deren Zerstörung 1121 errichtet. 1231 wurde die dem Heiligen Mauritius geweihte Burgkapelle erneuert, die heutige Kapelle stammt aus dem 17. Jh. (S.E.)

Baubeschreibung:

Wegen des frühen Niedergangs lassen sich nur anhand von Plänen des 18. Jhs. Aussagen über das Aussehen der Burg treffen. Der Zugang zur Hauptburg erfolgte im Westen über eine Zugbrücke. Das Amtshaus war im Westen auf die Ringmauer aufgesetzt. Der Bergfried lag im Norden des Burghofes und war nicht in die Ringmauer eingebunden. In den südlichen zwei Dritteln standen die Burgmannenhäuser und der Amtssitz. Die Burgkapelle befand sich im Südosteck der Anlage. Im Westen der Hauptburg lag eine durch Umflutgräben und Wälle gesicherte Vorburg, die spätere Burgfreiheit. Die Burg besaß ursprünglich mehrere Ringwälle und war von breiten Gräben umgeben. (S.E.)