EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Vischering

Geschichte:

Als die Herren von Lüdinghausen, die Brüder Hermann und Bernard, neben der Burg Lüdinghausen noch die Burg Wolfsberg errichteten, erbaute der münsterische Bischof Gerhard von der Mark vor 1271 die Burg Vischering auf einer Sandbank in der Steveraue. 1271 wurde sie dem Droste Albert von Wulfheim als erbliches Allodialgut übertragen, dessen Familie sich seit dem 14. Jahrhundert "von Droste zu Vischering" nennt.
Die Burg befindet sich noch heute im Eigentum dieser Familie.
Ab 1549 waren die Drosten auch für Horstmar zuständig und nahmen ihren Wohnsitz dort. 1690 verlegen die von Droste zu Vischering ihren Wohnsitz endgültig nach Schloss Darfeld in Rosendahl. Nur Maximilian Droste zu Vischering lebte nach seiner Heirat mit Sophia Gräfin von Waldburg-Zeil und Trauchburg von 1893 bis 1924 nochmals auf Burg Vischering. Seit 1972 ist die Burg an den Kreis Coesfeld verpachtet, im gleichen Jahr wurde dort das Münsterlandmuseum eröffnet. (S.Eismann)

Bauentwicklung:

1289 ist eine erste Mühle beschrieben. 1317 war eine Kapelle vorhanden, 1495 wurde die jetzige Kapelle geweiht. 1414 werden im Teilungsvertrag zwischen den Brüdern Heidenreich und Johann von Droste zwei Steinhäuser, ein (ansonsten nicht lokalisierbarer) Bergfried, das Bauhaus auf der Vorburg und die Mühle genannt. 1519 wird das Torhaus erwähnt. 1521 brennt die Burg nieder und wird wenig später im Renaissancestil auf den alten Mauern als Wohnburg wieder errichtet. In diesem Zusammenhang sind die Fensteröffnungen in die Außenmauern eingefügt worden. Der Westflügel der Hauptburg entstand an der Stelle eines älteren Wohnbaus. Der Südflügel wurde erst 1570 vollendet. 1584 wird das Bauhaus erneuert. Zwischen West- und Südflügel entstand 1617 die Auslucht. Das Wirtschaftsgebäude auf der Vorburg ist auf 1720 datiert, verwendet aber mit Sicherheit ältere Substanz. Im Rahmen der Wiederherstellung der Burg nach dem 2. Weltkrieg erfolgte 1982 die dauerhafte Herrichtung der Außengräfte, die ursprünglich nur zeitweise unter Wasser stand. (S.Eismann)

Baubeschreibung:

In einem gemeinsamen großen Hausteich befinden sich die durch eine Brücke verbundene Vor- und Hauptburg. Die Hauptburg wird seit dem 13. Jh. von einem 1,6 Meter starkem, direkt in das Wasser gesetzten Mauerring umgeben, der ursprünglich 10 m hoch war. Ungefähr ein Drittel des Mauerrings dienten als Wehrgang, während der Rest von den an die Mauer gebauten Wohngebäuden eingenommen wird. Der Wehrgang war bei Errichtung des Gebäudetraktes noch zweigeschossig. Das Torhaus und der Südflügel sind nachträglich in den Mauerring eingesetzt worden. Zwischen Süd- und Westflügel liegt ein achteckiger Treppenturm. Auf der Vorburg befinden sich ein Bauhaus und ein Wirtschaftsflügel. Haupt- und Vorburg sind von einem gemeinsamen Ringwall mit Außengraben umgeben, dessen umgebende Wiesen man früher überfluten konnte. Am Zugang zur Burg auf der Westseite befand sich ein heute nicht mehr vorhandenes System aus kleineren Inseln, Teichen, Wassergräben, Mauern und Wällen. An der Nordseite befindet sich der Rest einer Erdbastion des 16. Jhs. Um die Burganlage ist südlich und östlich in weitem Bogen ein dicht bepflanzter Wallhagen geführt, der teils von einem Graben, teils von einem Nebenarm der Stever begleitet wird. (S.E.)

Arch-Untersuchung/Funde:

1972 wurden bei Bauarbeiten im Burghof Mauerreste der Vorgängeranlage dokumentiert. 1980 wurden bei Untersuchungen im Bauhaus nicht datierbare Pfahlrostfundamente des Vorgängerbaus gefunden. (S.Eismann)