EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Wolfsberg

Geschichte:

Kurz vor 1270 wurde anlässlich einer Besitzteilung der Herren von Lüdinghausen neben der Stammburg eine weitere Burg errichtet. Sie erhielt nach ihrem Bauherren Bernhard Wulf von Lüdinghausen den namen "Wulfsberg". Da der Bau ohne Genehmigung des Landesherrn erfolgt war, wurde die Anlage bereits 1271 wieder geschleift. Danach ist sie wohl wieder notdürftig instandgesetzt worden. Die offizielle Erlaubnis zum Wiederaufbau wurde aber erst 1314 erteilt. 1324 erfolgte im Zuge einer Fehde die erneute Zerstörung der Burg durch den Münsteraner Fürstbischof Ludwig II., die vor 1337 aber wieder hergestellt war. Um 1380 ging sie an die Herren von Hake, die 1537 ausstarben. Im Verlauf mehrerer Erbgänge erhielten die Herren von der Recke zu Heessen 1550 die Burg. 1778 kam die Anlage durch Erbschaft an die Freiherren von Boeselager. (S.Eismann)

Bauentwicklung:

Vermutlich bestand die 1271 zerstörte Burg aus einer hölzernen Motte. Es werden Befestigungsgräben, ein Bergfried, Holzpalisaden und Tore in den Schriftquellen genannt. Auch die wiederaufgebaute Burg bestand aus einer hölzernen Motte, da Steinbauten nur mit Erlaubnis des Bischofs errichtet werden durften. Auch 1339 und 1390 wird nur eine hölzerne Anlage erwähnt. 1314 wird die Vorburg erstmals genannt. Das heutige Herrenhaus ist im 16. Jh. im Renaissancestil errichtet worden und um 1830 in klassizistischer Manier durch den Architekten Carl Schuler umgebaut worden. (S.Eismann)

Baubeschreibung:

In einer Ansicht der Stadt Lüdinghausen aus der 1. Hälfte des 18. Jhs. wird die Anlage als ein langgestreckter, zweigeschoissiger Bau mit einem Dreistaffelgiebel abgebildet. Vor der Mitte der Westwand steht ein runder Treppenturm, an den ein Anbau mit Schleppdach angefügt ist. Davor steht ein kleines Nebengebäude. Um Burg und Freiheit zieht sich ein Ringwall, auf dem eine Bockwindmühle steht.
Im Urkataster sind auf der rundlichen, von einem breiten Graben umgebenen Hauptburg am Ost- und Südrand die Burggebäude verzeichnet. Östlich davon lag die ebenfalls umgräftete Freiheit mit zahlreichen kleinen, an einer Straße gelegenen Häusern. Von beiden Inseln führten noch 1827 Erddämme nach Norden zur Steverbrücke. Der heutige Bau steht angeblich auf alten Kellergewölben. (S.Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Der Graben um die Hauptburg ist 1988 durch Bohrungen im Zuge von Baugrunduntersuchungen nachgewiesen worden. (S. Eismann)