EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Nordkirchen

Geschichte:

Der Hof Ithari, ein Lehen des Klosters Werden, befand sich seit dem 13. Jh. im Besitz der Herren von Morrien. 1398 tauschte Johann von Morrien vom Abt zu Werden ein viereckiges Grundstück zum Bau eines festen Hauses ein. Im Laufe der Zeit brachten es die Herren von Morrien als Erbmarschälle des Bistums Münster zu großer Bedeutung.
Nach deren Aussterben im Mannesstamm 1691 kam die Burg 1694 durch Kauf an Christian Friedrich von Plettenberg, Fürstbischof zu Münster (1688-1706). 1833 ging das Schloss durch Heirat an die Familie von Esterházy-Galántha.1903 kauft Herzog Engelbert Maria von Arenberg das Schloss.1933 richtete die NSDAP im Schloss eine Schule für den politischen Führungsnachwuchs ein. 1947 übernahm Erbprinz Engelbert Karl von Arenberg wieder alle Besitzungen und verpachtete das Schloss ab 1950 als Landesfinanzschule an das Land Nordrhein-Westfalen, das 1958 schließlich das Gebäude und Teile des Parks kauft. (S.Eismann)

Bauentwicklung:

Über die spätmittelalterliche Frühzeit der Burg lassen sich leider keine Angaben machen. 1516-22 wurden die damals bestehenden Befestigungsanlagen ausgebaut. Dies scheint aber nicht genügt zu haben, denn bereits 1528 lässt Gerhard von Morrien vom Baumeister Henrik de Suyr aus Coesfeld eine Burganlage errichten. Der Bischof von Münster ließ 1703 diese Burg abbrechen und von den Architekten Gottfried Laurenz Pictorius, Peter Pictorius d. J. und Johann Conrad Schlaun bis 1734 ein Schloss erbauen, das zu den bedeutendsten barocken Profanbauten des Münsterlandes zählt und aufgrund seiner Anlagegestalt als "Münsterisches Versailles" bezeichnet wird. (S. Eismann).

Baubeschreibung:

Das alte Schloss war auf zwei Inseln angelegt, die mit ihren Gräben innerhalb eines breiten und hohen, verschoben rechteckigen Ringwalls mit sehr weiter Außengräfte lagen. Den Ecken des Walls waren vier dicke runde Geschütztürme vorgelagert. Die Zufahrt führte durch den nordöstlichen Turm über lange Brücken auf die Nordostecke der Vorburg, die nördlich der Hauptburg lag.
Die Hauptburg bildet eine quadratische rings mit Bäumen umgebene Insel. Auf der Südseite befindet sich das eigentliche Herrenhaus, ein zweigeschossiger, großer Rechteckbau mit Pavillontürmen an den Südecken. Im Winkel zum anschließenden Westflügel, der eine offene Galerie zur Hofseite besitzt, steht ein viereckiger Treppenturm. Abgeschlossen wird die Baugruppe durch einen schmalen Ostflügel und einen Nordflügel mit Tordurchfahrt. Die Vorburg ist trapezförmig mit Gebäuden besetzt und nur gegen die Hauptburg offen. Im Osten liegt eine Remise mit der Schlosskapelle am Südende. Das Torhaus steht an der Nordostecke. Die Westhälfte wird von zwei großen Bauhäusern eingenommen. Das südliche Torhaus ist durch einen Gang mit der Hauptburg verbunden.
Beim heutigen Schloss bildet das Hauptgebäude zusammen mit seinen vorgelagerten Pavillons und den Wirtschaftsgebäuden auf der Vorburg einen viereckigen Komplex mit Innenhof. Eingerahmt wird die Anlage durch vier achteckige Ecktürme. (S.E.)