EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Tatenhausen

Geschichte:

Schloss Tatenhausen war über 470 Jahre lang Stammsitz der Freiherren und Grafen von Korff genannt Schmising. 1491 wurde es urkundlich im Besitz von Ritter Bernd von Hoberg erwähnt. Die Tochter seines Sohnes Jobst, Elske von Hoberg, heiratete 1524 Heinrich von Korff gen. Schmiesing aus dem Hause Harkotten, in dessen Besitz das Schloss überging und das ab 1525 der Stammsitz der Herren von Korff-Schmising war. Heinrich von Korff gen. Schmiesing lies 1540 Tatenhausen neu aufbauen. Von 1812 bis 1816 lebte der Dichter des Hainbunds Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg auf dem Wasserschloss. (H.T.)

Bauentwicklung:

Ursprünglich lag die Anlage des Schlosses Tatenhausen auf zwei Inseln. Die Errichtung des Haupthauses und des ersten Ostflügels mit Radzinnengiebeln nach Jörg Unkair und einem Treppenturm begann 1540 auf Fundamenten aus dem 14. Jahrhundert und wurde zunächst im Stil der Weserrenaissance ausgeführt. Der zweite Ostflügel entstand um 1671 zusammen mit dem Turm. Anfang 1700 kamen der Haupteingang, die Terrasse und der Westflügel im einfachen Barockstil hinzu. Ein weiterer Umbau erfolgte 1740. Die Hofportale stammen von 1619 bzw. 1699. Auf der Vorburg liegt das dreigeschossige Torhaus aus der Zeit um 1739/40 und das langgestreckte Untergebäude, die teilweise Treppengiebel aufweisen. Die barocke Orangerie wurde 1751 von Johann Conrad Schlaun entworfen. Ein ovaler Mittelbau mit Mansardendach und einem schmiedeeisernen Balkongitter liegt zwischen zwei niedrigen seitlichen Hallen. (H.T.)

Baubeschreibung:

Es handelt sich bei Schloss Tatenhausen um ein hufeisenförmiges Herrenhaus mit zwei Wirtschaftsgebäuden und einem dreistöckigen Torturm. Die Gebäude ruhen auf einem Pfahlrost aus Eichenstämmen. Feldseitig weist das fünfachsige von einem Walmdach bekrönte Torhaus eine leicht vorgezogenen Mittelrisalit aus, der im Dachbereich von einer schlichten Gaube akzentuiert wird. Die Fassade des langgzogenen Herrenhauses, das an der Hofseite von einem quadratischen Pavillonturm flankiert wird, ist lediglich durch ein die beiden Geschosse trennendes Gesimsband gegliedert. An der rückwärtigen Fassade befindet sich im Winkel zwischen dem Haupttrakt und einem Seitenflügel ein bescheidener Treppenturm. Im Schlosspark befindet sich die barocke als "Franz-Annen-Burg" bezeichnete Orangerie. Es handelt sich um ein dem Barockarchitekten Johann Conrad Schlaun zugeschriebenes Gebäude, das um 1738 entstanden ist. An den ovalen Mittelbau mit Mansarddach schließen sich zwei niedrige Seitenflügel an. (H.T.; J.F.)