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Kerpen

Geschichte:

Vermutlich unter Heinrich IV. 1075 gegründet, wurde die Reichsburg durch eine Ministerialenfamilie verwaltet, die sich nach dem Stammsitz von Kerpen benannte. 1122 wurde die Burg durch den Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg zerstört. Beatrix von Kerpen überließ nach dem Tode ihres Mannes ihrem Bruder Wenemar von Gymnich die Burg. Dieser verpfändete Kerpen um 1280 an den Erzbischof Sigfried von Westerburg. Im Gefolge der Erbstreitigkeiten um die Grafschaft Limburg fällt die Burg Kerpen 1284 als königliches Lehen an Herzog Johann von Brabant. Darauf erfolgte wiederum die Zerstörung durch den Kölner Erzbischof. Nach dem Friedensschluss 1289 wurde die Burg durch die Brabanter Herzöge wiederhergestellt. Über die Erblinie Brabant – Burgund gelangte Kerpen 1506 in die Herrschaft der Habsburger. Als spanische Exklave geriet die Burg Kerpen im 16. und 17. Jahrhundert ständig in die Auseinandersetzungen zwischen Spanien und den Niederlanden und war im ausgehenden 17. Jahrhundert wiederholt das Ziel französischer Truppen. 1704 nahm Kurfürst Johann Wilhelm von Jülich-Berg Kerpen in seinen Besitz und gab es 1710 Graf Johann Friedrich von Schaesberg zum Lehen. Nach Beseitigung der alten Burg, 1793, plante August von Schaesberg einen völligen Neubau der Anlage. Der Einmarsch der französischen Revolutionstruppen verhinderte dies jedoch. (H. J. Greggersen)

Bauentwicklung:

Zur baulichen Entwicklung der mittelalterlichen Anlage liegen keine Erkenntnisse vor. Die Quellen berichten vor allem über die zahlreichen Zerstörungen der Burg. Wahrscheinlich aus einer Motte hervorgegangen, wurde die Anlage spätestens im 13. Jahrhunderts zu einer Beringburg mit Wohnturm. Im 16. / 17. stattete man den inneren Wall mit Bastionen aus. 1793 fand die ruinöse Anlage schließlich durch Abriss ihr Ende. (H. J. Greggersen)

Baubeschreibung:

Von der ehemaligen Anlage hat sich einzig der ca. 40 x 60 m große und 5 bis 6 m hohe Hügel der Hauptburg erhalten. Wie auf älteren Katasterplänen zu erkennen, war die Burg von drei Gräben und zwei Wällen umgeben. Der innere Wall war neuzeitlich durch acht Bastionen verstärkt. Ein Stich aus dem Jahr 1579 zeigt einen hohen, rechteckigen Wohnturm hinter einer bebauten Ringmauer. Im Nordwesten der Burg befand sich ein von Gräben umgebener Bezirk, in dem ein Fundament aus Feldbrandziegel entdeckt wurde. Vermutlich handelte es sich dabei um die Vorburg. (H. J. Greggersen)