EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Edelburg

Geschichte:

Bei dem Adelssitz Edelburg handelt es sich um eine im Kern spätmittelalterliche Niederungsburg, deren geschichtliche Anfänge in das ausgehende 14. Jahrhundert zurückreichen. Unter der Bezeichnung "Erleburg" wird die Anlage erstmals 1375 genannt. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Edelburg im Besitz der Familie Sprenge. Heinrich von Sprenge versetzte die Edelburg um 1400 an Wilhelm Borrecken genannt Wunnemann, der sie seiner Gattin Nese von Bylandt als Witwensitz überließ. Im 15. Jahrhundert gelangte Haus Edelburg an die von dem Westhove, vor 1538 an Hermann von Ense genannt Varnhagen, den Drosten zu Iserlohn und nach dessen Tod 1549 an Adolf von Ellern. Auf dem Heiratsweg fiel das Rittergut, zu dem im 16. Jh. auch die Liegenschaften der benachbarten wohl im 15. Jahrhundert wüst gefallenen Burg Bredenol gehörten, an Johann von Romberg, den Gatten der Ursula von Ellern. Als Besitzer folgten 1752 Jobst Edmund von Brabeck und 1812 der Braunschweiger Kaufmann Karl Heinrich Löbbecke, der zahlreiche Brabecksche Güter (Haus Hemer, Burg Klusenstein und Haus Apricke) in seinen Besitz bringen konnte. Seit 1902 ist die Adelsfamilie Becker-Remy Eigentümerin des Hauses Edelburg. Die gepflegte inmitten eines großzügigen Landschaftsparks gelegene Anlage befindet sich in Privatbesitz und ist daher nicht zu besichtigen. (G.Rustemeyer)

Bauentwicklung:

Die bauliche Entwicklung der im sumpfigen Oesetal errichteten Niederungsburg bedarf noch einer eingehenden Untersuchung. Zu den ältesten noch erhaltenen Bauteilen gehört sehr wahrscheinlich der runde Eckturm des Herrenhauses, der im Sockelbereich Schlüssellochschießscharten aufweist. Vermutlich gehen auch Teile des Herrenhauses ins Spätmittelalter zurück. Im 16. Jahrhundert erfolgte der Um- und Ausbau des Herrenhauses unter Einbeziehung von Resten des älteren Vorgängerbaus. Weitere bauliche Veränderungen erfolgten im 19. Jahrhundert. Zu den nach 1800 durchgeführten Baumaßnahmen zählt die Neuanlage der Wirtschaftsgebäude und eines den Bau des Herrenhaus ergänzenden Pächterwohnhauses. Nach einer umfassenden Sanierung präsentiert sich der Adelssitz als gepflegte Schlossanlage mit einem prächtigen Landschaftspark. (G.Rustemeyer)

Baubeschreibung:

Zur Grundrissgestalt der im Kern auf eine spätmittelalterliche Niederungsburg zuürckgehenden Anlage sind keine gesicherten Angaben möglich. Vermutlich handelte es sich um ein schlichtes rechteckiges Burghaus mit einem Rundturm. Heute präsentiert sich das Herrenhaus als ein vornehmes klassizistisches Gebäude mit älterem Eckrundturm. Über einem hohen Kellergeschoss erhebt sich ein zweigeschossiges Gebäude mit sieben Fensterachsen und einem an der nordöstlichen Gartenseite befindlichen Rundturm mit barocker Haube. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die nach der umfassenden Sanierung wieder erkennbaren Schlüssellochschießscharten im Sockelgeschoss des Rundturmes. Unmittelbar an das mit einem Walmdach bekröntes Herrenhaus schließt sich ein historistisches Pächterhaus an, das ebenfalls sieben Fensterachsen aufweist und dessen Fassadenmitte durch einen Giebel hervorgehoben wird. Reste der die Anlage ursprünglich umgebenden Gräben sind nicht mehr erkennbar. (G.Rus.)