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Dahlhausen

Geschichte:

Das am nördlichen Ortsrand von Halingen gelegene Haus Dahlhausen geht auf eine vermutlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstandene Burg der gleichnamigen niederadeligen Familie zurück, die sich bis ins 15. Jahrhundert nachweisen lässt. Ein Hof zu Dahlhausen, der nicht zwingend mit der mittelalterlichen Burg identisch sein muss, wird bereits 1166 als Lehen der Abtei Siegburg erwähnt. Von der Burg (castrum) ist erstmals 1313 die Rede. Bei den Niederadeligen von Dahlhausen handelte es sich um Gefolgsleute der Edelherren von Volmarstein. Gelegentlich nennen sich Familienmitglieder auch von Halver bzw. von Gerkendahl (s.d.). Als Inhaber des Lehens Dahlhausen folgen den von Dahlhausen vor 1480 die von Letmathe gen. Küling. 1507 erwirbt Hermann von Mallinckrodt das Volmarsteiner Lehen Dahlhausen. Rembert von Mallinckrodt veräußert den Rittersitz an Dietrich von und zur Recke, Dorst zu Unna und Kamen. 1695 erwirbt Johanna Maria Catharina von Winkelhausen Gut Dahlhausen. Nach dem Erlöschen der in den Grafenstand erhobenen von Winkelhausen wird der Besitz 1739 an den Freiherren von Loe zu Wissen verkauft. Seit 1792 befindet sich Dahlhausen schließlich im Besitz der Freiherren von Fürstenberg. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich. Friedrich Leopold von Fürstenberg-Herdringen erwarb 1792 außer dem Adelssitz Dahlhausen aus Loe`schem Besitz das Rittergut Osthöfen in Halingen. (R.Rustemeyer)

Bauentwicklung:

Angaben zur baulichen Entwicklung der mittelalterlichen Vorgängeranlage des heutigen Schlosses sind nicht möglich. Die noch erhaltenen Gebäude datieren in das ausgehende 18. und endende 19. Jahrhundert. Auf dem zum Ruhrtal nach Norden leicht abfallenden Hang liegt das schlichte barocke Herrenhaus, das aufgrund der Initialen und einem Wappenstein unter den Grafen von Winkelhausen vor 1739 erbaut wurde. 1889-1893 erfolgte eine Erweiterung des Schlosses. Neben dem "alten" barocken Wohngebäude entstand eine neues Herrenhaus im Stil der Neorenaissance. (G.Rustemeyer)

Baubeschreibung:

Aufgrund der baulichen Veränderungen in der frühen Neuzeit sind keine gesicherten Aussagen zum mittelalterlichen Baubestand bzw. zum Grundriss der ersten Burg möglich. Auf dem zum Ruhrtal nach Norden hin leicht abfallenden Hang erhebt sich das Ensemble von barockem und neobarockem Herrenhaus. Bei dem barocken Wohngebäude, das wohl unter der Familie von Winkelhausen aufgeführt wurde, handelt es sich um einen äußerlich schlichten ungegliederten siebenachsigen Baukörper mit Mansarddach. Dominiert wird das heutige Erscheinungsbild des Adelssitzes Dahlhausen durch das mächtige neobarocke Herrenhaus, das 1889-1893 unter Engelbert Eberhard von Fürstenberg erbaut wurde. Stilistisch orientiert sich der Baukörper an der späthistoristischen Villenarchitektur. Die zum Schloss gehörenden Ökonomiegebäude stammen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Umgeben ist die sehr gepflegte Anlage von einem großzügigen englischen Landschaftspark. Eine Lithographie von Philipp Herle, die um 1840 entstand, zeigt zwei annähernd identische Herrenhäuser im Stil des Barock, von denen sich lediglich das an der Hangkante gelegene Gebäude erhalten hat. (G.Rustemeyer)