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Calle bei Iserlohn

Geschichte:

Nach bisherigem Kenntnisstand handelt es sich bei der vollständig abgegangen Niederungsburg Calle um einen Adelssitz, der sich 1266 in der Hand des Ritters Adolf genannt Allant befand. Es handelt sich um eine Nebenlinie der märkischen Ministerialenfamilie, die sich nach ihrem Dienstsitz, der Burg Altena, benannt. Der zu Calle ansässige Zweig führte später den Namenszusatz "von Calle". Die Ritter von Allant bzw. von Calle amtierten im Raum Iserlohn als Vögte des Soester Patroklistiftes, zu dessen Besitzungen außer Calle auch Höfe in Hemer, Deilinghofen, Sülberg und Westwig zählten. Als Lehnsherren der Vögte von Calle treten im 13. und 14. Jahrhundert u. a. die Grafen von Arnsberg in Erscheinung. Der Adelssitz Calle befand sich bis 1517 im Besitz der gleichnamigen Familie. Mit Zustimmung weiterer erbberechtigter Familenmitglieder sah sich Johann von Calle 1517 angesichts der Bestimmungen eines Vergleichs mit dem Patroklistift zu Soest gezwungen, den Rittersitz aufzugeben und sich auf das Haus Dahl zurückzuziehen. Die niederadelige Familie von Calle erlosch 125 Jahre später. In der Folgezeit ließ das Stift zu Soest das Gut von Verwaltern bewirtschaften. Wann die Anlage zu einem rein landwirtschaftlichen Betrieb umgestaltete wurde, lässt sich nach bisherigem Kenntnisstand nicht sagen. 1671 ist noch von dem "Borghaus" die Rede. Teile der noch erhaltenen Anlage - u. a. ein Turm - wurden 1871 niedergelegt, um das Baumaterial für den Neubau eines Wirtschaftsgebäudes zu verwenden. Bei dem Neubau eines Hauses stieß man 1904 auf Grundmauerreste eines Rundturmes und des ehemaligen Burggrabens. (G. Rustemeyer)

Bauentwicklung:

Aufgrund der Nutzung als Landwirtschaftsbetrieb sowie von Abbrüchen 1871 sind keine gesicherten Angaben zur Baugestalt sowie zum Grundriss der ehemaligen Niederungsburg Haus Calle möglich. 1904 stieß man bei Ausschachtungsarbeiten für einen Hausneubau auf Reste des Wassergrabens und die Fundamente eines Rundturmes. Noch erhaltene Baureste - u. a. ein Turm - wurden 1871 niedergelegt, um Baumaterial für ein Ökonomiegebäude zu gewinnen. (G. Rustemeyer)

Baubeschreibung:

Von der in ihren Anfängen wohl bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurückreichenden Niederungsburg haben sich keine baulichen Reste erhalten. Der Baubestand des ehemaligen Hauses Calle umfasst ein 1871 errichtetes Ökonomiegebäude, das wohl zum Teil aus Abbruchmaterial des Adelssitzes aufgeführt wurde. (G.Rustemeyer)