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Caen

Geschichte:

Die Entstehungsgeschichte des mittelalterlichen Hauses ist unklar. Indirekte Hinweise für seine Existenz liegen für 1320 vor, als eine "Herrin von Caen" erwähnt wurde. Weiter ist die Mühlennennung bei Caen um 1370 ein weiterer Beleg für einen Adelssitz an der Stelle des heutigen, neuzeitlichen Baukörpers. 1451 wird Caen als Anwesen ohne ergänzende Zusätze genannt. Die Abtei Siegburg, im Amt Straelen seit dem Hochmittelalter begütert, erwarb 1529 Caen, das jedoch rasch an die Familie von Wissel gelangte. Engelbert von Wissel, Drost bzw. Amtmann zu Geldern seit 1575, war ein entschiedener Förderer der Reformation. Nach seinem Tod 1580 wurde das Erbe zwischen den Familien von Wissel und von Brempt (s. Haus Vlassrath) aufgeteilt. Aufgrund von Teilungen und Verkäufen wurden die Besitzverhältnisse um Haus Caen in der 1. H. des 17. Jh. immer komplizierter. 1657/58 gelang es dem aus Frankreich stammenden und den spanischen Niederlanden dienenden Jacques Simon von Varo, Baron de Magny, durch Kauf den Besitz wieder zu vereinigen. Dem Erwerb folgte der schlossartige Neubau des Haupthauses um 1660, denn in diesem Jahr wurde die Hauskapelle geweiht. Die Familie von Varo, die 1683 die Gerichtsrechte über Straelen erwerben konnte und 1692 vom spanischen König in den Grafenstand erhoben wurde, blieb bis zum Aussterben 1876 im Besitz des Hauses Caen. Dieses gelangte an einem Vetter des letzten Herrn von Varo auf Caen, dem Reichsfreiherrn Rudolph Adolph Geyr von Schweppenburg. Mit dem Erwerb des nördlich gelegenen Hauses Eyl 1896 besaßen die Geyr von Schweppenburg fünf Adelshäuser entlang der Niers. Neben Haus Caen waren dies noch Haus Vlassath, Haus Holtheyde sowie Haus Ingenrath. Die Familie Geyr von Schweppenburg ist heute noch im Besitz des Hauses. (J. Wroblewski)

Bauentwicklung:

Über die mittelalterliche Baugestalt von Haus Caen ist nichts bekannt. Der schlossartige Neubau des Jacques Simon von Varo war um 1660 fertiggestellt und wurde 1904 nach einem Brand in der Dachlandschaft verändert. Für die Erbauungszeit typisch ist die axiale Ausrichtung der Zuwegung von Westen her über Vorhof auf das Haupthaus zu. Im Vorhof, an dessen Stelle vermutlich auch die Vorburg gestanden hat, flankierte man die Zuwegung durch zwei Wirtschaftsflügel. (J. Wroblewski)

Baubeschreibung:

Das schlossartige Haupthaus aus der M. des 17. Jh. ist als rechteckiger Baukörper mit zwei hofseitigen Eckrisaliten erhalten. Über einem Sockelgeschoss zweigeschossig. Die Dachlandschaft wurde nach einem Brand 1904 verändert. Das Haupthaus erhielt ein Mansarddach, die Risalite hohe Dächer, die eine turmartige Wirkung erzeugen. Die Zuwegung erfolgt von Westen her über den Vorhof, flankiert von Wirtschaftsflügeln. Nördlich des Haupthauses an einem Mühlenweiher die um 1370 schon erwähnte Wassermühle aus der Zeit um 1800 in Fachwerktechnik. Nach einem Brand 1977 bis 1982 wiederhergestellt. Bei dem dabei liegenden Bauernhof das ehem. Gebäude der Walkmühle, die ab 1844 als Ölmühle diente. Direkt nördlich des Vorhofes ist ein Taubenturm aus der 1. H. des 19. Jh. erhalten. Zum Haus gehört ein engl. Landschaftspark, der auf ältere Gartenanlagen aus dem 17. Jh. zurückgeht. Die jetzige Anlage wurde vom Düsseldorfer Gartenarchitekten Friedrich Maximilian Weyhe entworfen. (J. Wroblewski)