EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Georghausen

Geschichte:

Die Burg Georghausen wird erstmals 1449 urkundlich erwähnt. Gertrud von Pattern, verwitwete von dem Meinwege, ihr Sohn Johann von dem Meinwege und dessen Gattin Beatrix von Stammheim verkaufen hier ihre im Kirchspiel Hohkeppel gelegenen Güter Georghausen und Berghausen mitsamt der Fischerei in der Sülz sowie allem weiteren Zubehör an den jülich-bergischen Schreiber Dietrich Lüninck und seine Ehefrau Adelheid von Bellinghausen. Die Angaben in der Verkaufsurkunde weisen darauf hin, dass die Anfänge von Georghausen mindestens bis ins 14. Jh. zurückreichen. So weisen die Aussteller darauf hin, dass sie selbst den Besitz von ihrem Vorfahren, darunter die Familie Quad, erhalten zu haben. Die Besitzfolge lässt sich bis zu Wilhelm Quad nachvollziehen, der urkundlich zwischen 1326 und 1394 belegt ist. Auch ein Schriftstück von 1466 belegt die Rückführung bis mindestens zu Wilhelm Quad. In diesem erteilen die Brüder Gerhard und Roland von Cobbenrode von dem benachbarten Haus Grund den Eheleuten Lüninck die Genehmigung, ein an der Sülz gelegenes Mühlengut an einer geeigneten Stelle flussabwärts neu aufzubauen. Im Gegenzug händigen Lünincks einen Brief aus, welchen Graf Wilhelm II von Berg und seine Mutter Margarete zwischen 1360 und 1380 dem Ritter Quad, über die Sülzfischerei bei Georghausen gegeben haben.
Von Wilhelm Quad gelangte Georghausen vermutlich über den Erbweg an Elisabeth Quad und daraufhin an deren Gatten Johann von Pattern. Später dann an dessen Tochter Gertrud von Pattern, die das Gut 1449 an die Eheleute Lüninck verkaufte. Dietrich Lüninck scheint zwar keiner adeligen Familie zu entstammen, doch hat er als jülich-bergischer Kanzler Ansehen und Besitz erlangt. Sein umfangreicher Güterbesitz konzentriert sich vornehmlich im bergischen Amt Steinbach.
Georghausen war der Verwaltungssitz für Lünincks Liegenschaften und scheint in dieser Zeit einer tiefgreifenden Umgestaltung unterzogen worden zu sein. So ließ Lüninck das Haus (domus) Georghausen errichten, ein Hinweis darauf, dass sie das Anwesen zu einem umwehrten Adelssitz ausbauten. Dieser bestand vermutlich aus einem mit Wassergräben umwehrten Festen Haus sowie zugehörigen Wirtschaftsgebäuden. Rechnungen von 1490/91 nennen den Bau einer Zugbrücke und eine Dachdeckung aus Schieferplatten. Um 1487 zog sich Dietrich Lüninck altersbedingt aus seinen Ämtern zurück und bevorzugte von da an bis zu seinem Tod im Jahr 1497 seinen Alterssitz in Köln. Auch Dietrichs Sohn Wilhelm, ebenso wie sein Vater jülich-bergischer Kanzler, bevorzugte Köln als Wohnsitz, wo er aus der Mitgift seiner Gattin, der Kölner Bürgermeisterstochter Gertrud Bergheim, ein Haus am Neumarkt kaufte. In Georghausen empfing er lediglich hin und wieder Gäste.
Bewohnt wurde das Burghaus in Georghausen dauerhaft durch den Rentmeister Adam von Lindlar, dem die Verwaltung der in einem Hofverband zusammengeschlossenen Lüninckschen Güter oblag. Nach dem kinderlosen Tod Wilhelms im Jahr 1530 beginnen langjährige Erbstreitigkeiten um den Besitz. Seine Witwe heiratet in zweiter Ehe Franz von Hatzfeldt-Merten, der später Amtmann zu Löwenberg werden soll. Von Hatzfeldt wird 1539 als Besitzer von Georghausen genannt. Doch auch Wilhelms Schwester Elisabeth sowie die Kinder seiner Brüder Gerhard und Dietrich erhoben Ansprüche auf den Besitz. Ein Erbvertrag von 1541 sah vor, dass Elisabeth und ihr Gatte Wilhelm von Neuhof gen Ley zu Eibach eine Hälfte von Georghausen mit Küche, "steinernem Haus" und den jenseits des Burggrabens gelegenen Stallungen und Hofgebäuden erhalten sollten. Die andere Hälfte mit Kapelle, Stube und innerhalb der Burg gelegenen Stallungen sollte ihr Neffe Jost Lüninck erhalten. 1553 konnte Elisabeth auch die zweite Hälfte im Tausch gegen Haus Honrath an der Agger in ihren Besitz bringen. Elisabeth starb noch im gleichen Jahr, ihr Gatte Wilhelm heiratete in zweiter Ehe Anna Quad. Im Zuge der Erbteilung unter seinen Kindern aus zweiter Ehe fiel Georghausen an den zweiten Sohn Johann von Neuhof gen. Ley, der 1591 als Inhaber des Hauses im Ritterzettel des Amtes Steinbach steht. Auch er trat in den bergischen Verwaltungsdienst und wurde Amtmann zu Monheim. Er starb 1617 und hinterließ zwei Töchter, von welchen die zweite, Anna, Georghausen erhielt und dies durch Heirat 1625 an Dietrich Ludwig von Boulich überging. Bis 1707 blieb das Anwesen in Besitz der Familie Boulich, danach ist Wolfgang Wilhelm Wittmann als Besitzer verzeichnet. Wittmann scheint auch der Bauherr des kleinen Barockschlosses gewesen zu sein, das heute das Burghaus ersetzt. Sein Sohn Philipp Gerwin Wittmann erbt von seinem Vater vorwiegend Schulden und ist 1721 gezwungen, das Haus zu verkaufen. Für 11400 Reichstaler kauft der Steinbacher Schultheiß Jakob Dietrich Litz das Schloss mit Mühle, Hof und Klefhaus. Bis 1904 wechselte das Anwesen häufig den Besitzer. Zuletzt kaufte es Emanuel Freiherr zu Landsberg, dessen Familie noch heute im Besitz des Anwesens ist. Seit 1951 wird es als Golfanlage mit Hotel genutzt. (Ruth Beusing)

Bauentwicklung:

Von einem bescheidenen Hofgut des 14. Jh. entwickelt sich das Anwesen im 15. Jh. zu einer befestigten Burg mit Vorburg und wehrhafter Grabenanlage. Im 18. Jh. wird das Burghaus durch einen barocken Schlossbau ersetzt. Auch Wirtschaftsgebäude, wie die bereits 1466 erwähnte Mühle werden neu errichtet. (Ruth Beusing)

Baubeschreibung:

Die bereits 1466 erwähnte Mühle ist auf dem Weg von der Sülztalstraße noch in einem anderthalbgeschossigen Bruchsteinbau aus dem 18. Jh. erhalten. Über den Mühlgraben führt eine Steinbrücke zur Vorburg mit drei eingeschossigen Flügeln umschließt sie einen Innenhof den heute ein Rasenrondell schmückt. Bei dem Herrenhaus des 18. Jahrhunderts handelt es sich um einen schlichten, zweigeschossigen Baukörper, der über einem hohen Sockelgeschoss errichtet wurde. Das Walmdach des neunachsigen Baues wird durch zahlreiche Gauben belegt. Die Hoffassade weist einen geschweifen Giebel auf. (Ruth Beusing)