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Alsbach

Geschichte:

Ein sicherer Beleg für die Existenz des Rittergutes Alsbach findet sich erst im Jahr 1431. Zuvor war man lange Zeit davon ausgegangen, dass das Gut bereits für das Jahr 1373 der Gimborner Familie Kreuwel zugeschrieben werden konnte, was sich allerdings in der neueren Forschung als eine Verwechslung herausstellte. Man hatte angenommen, dass Alsbach mit einem Vorgängerhof "zum Hoeve" identisch sei, der heute allerdings mit dem im Unterdorf Engelskirchens gelegenen Höfferhof gleichgesetzt wird.
1431 verkauften die damaligen Besitzer Wilhelm und Adelheid von Vorst "huys ind hoff genant zo Ailbach mitsamt der zugehörigen Mühle an Hermann und Elsgin von Schlebusch für den Preis von 550 rheinischen Gulden. Auf welchem Wege zuvor das Gut an von Vorst, der zeitweilig das Amt des Hofmeisters des Herzogtums Jülich-Berg bekleidete, gelangt war, ist bisher nicht rekonstruierbar. Ebenso wenig nachvollziehbar ist die Übereignung von Hof Alsbach an den nächsten Besitzer Dietrich von Bourscheid, der zwar erst 1470 namentlich als Eigentümer bezeugt ist, aber bereits 1444/47 in den ältesten Ritterzetteln des Amtes Steinbach genannt ist, was als Hinweis auf den Besitz Alsbachs bereits in dieser Zeit gelten kann.
Der einer luxemburgischen Adelsfamilie angehörige von Bourscheid hatte einige bergische Besitzungen durch die Heirat mit Adelheid Kreuwel von Gimborn erworben. Ob dazu auch der Hof Alsbach gehörte, ist unsicher. Schließlich hatte Bourscheid auch den o.g. Höfferhof nicht ererbt, sondern erst später durch Kauf erworben.
Da zwei der Kinder Bourscheids - Margarethe und Dietrich - ohne leibliche Erben verstarben, fielen alle Besitzungen an die jüngere Tochter Sophie, die wiederum Wilhelm Quad zu Wickrath ehelichte. Ihr Sohn Stefan Quad zu Stadecken, Drost zu Hückeswagen, erbte neben weiteren Besitzungen im Bergischen den Hof zu Alsbach mitsamt dem Höfferhof, der Mühle und dem Hofgericht zu Engelskirchen.
Weitere 250 Jahre blieb Alsbach im Besitz der Familie Quad. Stefans Sohn Wilhelm war 1554 maßgeblich an der Abtrennung der Kapellengemeinde Engelskirchen von der Mutterpfarre Lindlar beteiligt. Gemeinsam mit Johann von Nesselrode von Ehreshoven verhalf der der neuen Pfarrei durch Schenkungen zu einer materiellen Basis. Beide wurden dafür zu Patronatsherren ernannt und durften den zuständigen kirchlichen Oberen einen Pfarrer zur Ernennung vorschlagen.
1788 verkaufte Adolf Josef von Quad das Anwesen an Theresia Freifrau von Brempt, danach hatte das Haus einen häufigen Besitzerwechsel zu verzeichnen. 1811/12 und auch 1814 wurde Haus Alsbach durch den Hildesheimer Domprobst von Wendt als Hauptgewinn in einer Lotterie ausgespielt, was aber wohl nicht erfolgreich war, denn 1818 verkaufte von Wendt den Besitz an den Grafen von Nesselrode-Ehreshoven, von dem es 1827 an den Freiherrn Theodor von Fürstenberg zu Heiligenhoven gelangte. 1865 verlegte dessen Sohn, der Landrat des Kreises Wipperfürth war, das Landratsamt nach Haus Alsbach. Dort blieb es bis zu seinem Umzug nach Heiligenhoven im Jahr 1883. Sowohl während der Zeit als Landratsamt als auch im Jahr 1896 wurden größere Umbauarbeiten im und am Haus vorgenommen, denen es sein heutiges Aussehen verdankt. 1933 erwarb Hermann Freiherr von Lüninck das Anwesen Alsbach für seine Schwiegermutter Gräfin Westerholt, 1967 fiel das Anwesen durch Heirat an Hermann Graf von Spee. Im Besitz seiner Familie befindet sich das Haus bis heute. (Ruth Beusing)

Bauentwicklung:

Haus Alsbach gehörte ursprünglich wohl zu den für das Oberbergische typischen wasserumwehrten Festen Häusern. Bereits um 1600 wurde es zu einem wohnlichen Herrensitz umgebaut. Weitere größere Umbauten folgten bei seiner Umwidmung zum Landratsamt im Jahr 1865, das Haus erhielt eine zentrale Treppe im klassizistischen Stil, darüber hinaus wurden Böden, Wände und Türen erneuert.
Sein heutiges Aussehen erhielt das Haus 1896, als vor allem zwei zweiachsige Seitenrisaliten an die Front angebaut wurden und das Walmdach durch ein Mansarddach ersetzt wurde. (Ruth Beusing)

Baubeschreibung:

Wohl zu Beginn des 15. Jh. soll Haus Alsbach als wasserumwehrtes Festes Haus angelegt worden sein, über welches keine weiteren Informationen vorhanden sind.
Um 1600 erfolgt ein Umbau zu einem Herrensitz, der einer Beschreibung von 1811 zufolge drei Stockwerke mit 13 Zimmern aufwies, einen großen Saal, mehrere Küchen sowie mehrere Kammern und Keller.
Um 1811 umfasste das gesamte Anwesen rd. 120 Morgen Ackerland und 400 Morgen Wald.
1896 wurde das Äußere des Hauses durch seinen damaligen Besitzer Levinius Graf Wolff Metternich stark verändert: dieser ließ an der Hausfront zwei zweiachsige Seitenrisalite einen wohl um 1600 erbauten dreiachsigen Mittelrisalit noch überkragen. Auch ersetzte er das vorherige Walmdach durch ein Mansarddach. Im Inneren war bereits zuvor eine zentrale klassizistische Treppe eingebaut worden. (Ruth Beusing)