EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Limberg

Geschichte:

Die Burg wurde vermutlich im 13. Jh. vom Bischof von Minden gegründet. Angeblich soll es an gleicher Stelle eine ältere Anlage gegeben haben, die Herzog Widukind besuchte. Vor 1319 (erste urkundliche Erwähnung) gelangte die Burg in Besitz des Grafen von Ravensberg, der sie in diesem Jahr an seine Burgmannen verpfändete. 1325 musste Otto III. von Ravensberg die Burg vom Mindener Bischof zu Lehen nehmen. 1344 wurde die Burg beträchtlich erweitert. 1346 nach Tod des letzten Ravensberger Grafen fielen Burg und Grafschaft an die Herzöge von Jülich und Berg. Im 14. und 15. Jh. wurde die Burg mehrfach verpfändet. 1554 wurde die Anlage durch Brand beschädigt und wieder hergestellt. Ab 1556 war die Burg Verwaltungssitz des Amtes Limburg. Im Dreißigjährigen Krieg kurzzeitig von den Truppen des Pfalzgrafen Neuburg besetzt, war seit 1647 hier eine kleine Truppe (20-30 Mann) brandenburgischer Soldaten stationiert, die 1662 in die Sparrenburg (Bielefeld) verlegt wurde. Die Burg, nun ohne militärische Bedeutung, war noch kurze Zeit Sitz von Verwaltungseinheiten. 1695 befahl Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, die Burg, die wegen Baufälligkeit niemand mehr bewohnen konnte, zu demolieren, damit sie keinem Feind mehr von Nutzen sein könne. Bis 1805 diente der heute noch erhaltene Bergfried als Gefängnis. 1832 wurde sie an den Kammerherren von Oheimb verkauft. In den 1980er Jahren gründete sich ein Verein zur Erhaltung der Ruine. Auf dessen Initiative wurde der Bergfried gesichert und restauriert. (C.Skodock)

Bauentwicklung:

Die Anlage bestand aus Hauptburg, südlichem Vorwerk (Sieburg) mit Landwehr und nördlichem Vorwerk mit Landwehr. Ob die Burg nach dem Brand von 1554 vollständig wieder hergestellt wurde, ist nicht gesichert, da in den Quellen anscheinend immer nur von Ausbesserungen die Rede ist. Die Hauptburg war an drei Seiten von einer Mauer, z. T. von einem Graben begleitet, umgeben. Vorgelagert war der Burgplatz; der Zugang erfolgte über eine Zugbrücke und war durch Torhäuser gesichert. Zu dieser Hauptburg gehörte auch der erhaltene Turm, die sog. Amtsstube, in der Drost bzw. Amtmann residierten. Das südliche Vorwerk ist nur durch Erwähnung in Quellen belegt; über Grund- und Aufriss können keine Angaben gemacht werden. Auch über die Gestalt des nördlichen Vorwerks ist nichts bekannt. Auf seine Lage dürfte die heutige Flurbezeichnung "In der Landwehr" hindeuten.
An der Ostseite der Anlage steht die Gerichtslinde von 1556. (C.Skodock)

Baubeschreibung:

Eine Rekonstruktion der Anlage nach einem erhaltenen Grundriss des 16. Jh. ist bei Brönner (1950), S. 61, abgebildet: Die Anlage ist auf drei Seiten von einem Graben umgeben, auf der vierten fällt das Gelände steil ab. Diese Seite scheint nur durch Holzpalisaden gesichert gewesen zu sein. An den übrigen Seiten verläuft eine Mauer. Über Zugbrücke und Torhaus gelangte man auf einen Vorplatz (Zwinger?) von dem ein weiteres Tor in zinnenbewehrter Mauer zur Vorburg führte. Von dieser führte ein drittes Tor zur Hauptburg mit dem erhaltenen Wohnturm. Die Hauptburg befand sich im nordöstlichen Teil der Anlage. Außer einigen Wällen und Mauern hat sich von der Anlage nur noch die Ruine des ehemaligen Wohnturmes, später Sitz des Drosten oder Amtsmannes, bis 1805 als Gefängnis genutzt, erhalten. Der aus Bruchstein gemauerte Bau ist nahezu quadratisch, . Er ist von außen über eine moderne (1980er Jahre) Treppe zugänglich. In seinem Innern befinden sich noch der Teil einer Treppe und Reste eines Kamins, die aber keiner konkreten Bauphase zugeordnet werden können. (C.Skodock)