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Anstel, Wasserburg

Geschichte:

Im Jahr 1134 wird Burg Anstel im Zusammenhang mit einer Furt über den Gillbach zuerst genannt. Schon Mitte des 12. Jahrhunderts wird ein Siegfried von Anstel genannt. Die Herren von Anstel werden seit 1209 als "Ritter", nach 1270 als "Knappen" bezeichnet. Sie besaßen u.a. Zehnteinkünfte im direkt anschließenden Huvil-Wald .1371 erhielt Heinrich mit dem Barte, Knappe von Anstel, das Lehen von dem Kölner Erzbischof. Um 1400 kaufte Heinrich von Siegenhofen, genannt Anstel, die Burg, nachdem er bis 1399 Pächter auf dem Ramrather Hof (s.d.) war. Im Besitz dieser Familie, später in der weiblichen Linie unter dem Namen Schaetzel, blieb die Burg bis 1911. In diesem Jahr kam Haus Anstel an Theodor Jochemich, in dessen Familie sie bis heute blieb. (Karin Striewe)

Bauentwicklung:

Die frühen Bauphasen der Burg sind nicht genau datiert. Dies könnte nur durch archäologische Ausgrabungen geschehen. Die breiten Gräben, die heute eng das Herrenhaus und auf der Ostseite die Hofanlage umschließen, gehen sicher auf eine zweiteilige Wasserburg mit Hauptburg und südlich vorgelagerter Vorburg mit Wirtschaftshof des Hochmittelalters zurück. Im heutigen Herrenhaus aus dem Jahr 1722 ist zudem in der Nordostecke ein wohl mittelalterlicher Wohnturm umbaut, dessen Fundamente aufgrund der Ziegelbauweise wohl in das 14. Jahrhundert datiert werden können. Der publizierte Grundriss des Kellergeschosses zeigt, dass an diesen Kellerraum mehrere tonnenüberwölbte Kelleranbauten ausgeführt wurden, von denen eine noch teilweise erhaltene Treppe in einen ehemaligen Fluchtgang führen soll. Ein letzter, nur flachgedeckter Keller wurde wohl während des barocken Umbaus des Herrenhauses angefügt. Die zweiflügeligen, zur Hauptburg geöffneten Wirtschaftsgebäude auf der Vorburg stammen aus dem 20. Jahrhundert, dort dürften allerdings untertägig noch die früheren mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bebauungsreste erhalten sein, deren Bestand nur durch archäologische Ausgrabungen geklärt werden kann. (Karin Striewe)

Baubeschreibung:

Heute besteht Haus Anstel aus dem Herrenhaus mit vorgelagertem zweiflügeligem Wirtschaftshof, der zum Herrenhaus geöffnet ist. Rund um das Herrenhaus ziehen zwischen 7 und 20 m breite Gräben, die einst auch die Vorburg umschlossen, heute aber nur noch in deren östlichen Bereich erhalten sind, so dass die Größe der Vorburg nicht bestimmt werden kann. Im heutigen Herrenhaus ist in der Nordostecke ein wohl mittelalterlicher Wohnturm umbaut, der aufgrund seiner bis zu 2,40 m dicken Steinmauern identifiziert werden kann und eine Grundfläche von 8 mal 8,25 m aufweist. Das heutige Herrenhaus ist ein zweigeschossiger Rechteckbau aus Backstein mit Fensterfassungen aus Sandstein, Mansarddach und vorgelagerter Freitreppe. Über dem Portal befindet sich ein Wappenstein mit der Jahreszahl 1722. Heute führt eine Steintreppe über den Graben. (Karin Striewe)