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Steinkallenfels, Stein

Geschichte:

Bei Steinkallenfels handelt es sich um eine dreiteilige Burgengruppe, bestehend aus Burg Stein (Steinkallenfels I), Burg Kallenfels (Steinkallenfels II) und der Burg Stock im Hane (Steinkallenfels III). Bei der Burg Stein handelt es sich sehr wahrscheinlich um die älteste der drei Anlagen. Nach ihr benannten sich offenbar die Herren von Stein, die in der Mitte des 12. Jhs. in Erscheinung treten und vermutlich mit den Herren von Oberstein verwandt waren. 1158 begegnet in den Schriftquellen ein Hugo von Stein (de Lapide). Die Brüder Friedrich und Ulrich teilten 1211 die väterlichen Güter. Ob in diesem Zusammenhang bereits eine weitere Burg zu Steinkallenfels entstand, ist nach bisherigem Forschungsstand unklar. Um 1300 ist die Existenz von fünf Familienzweigen (Ganerbschaft) zu Steinkallenfels nachweisbar. Durch Einheirat und Ankauf von Anteilen erwarben in der Folgezeit zahlreiche Gemeiner aus verschiedenen Adelsfamilien der Region Anteile an den Steinkallenfelser Burgen. Der letzte Freiherr von Steinkallenfels starb 1778.
Aus dem Geschlecht der Herren von Stein stammt vermutlich auch ein 1295 erstmals erwähnter Ritter, der sich von Kallenfels ("Kaldenfels") nennt. Bei späteren Niederadeligen mit dem Namenszusatz Kallenfels handelt es sich offenbar um ein auf der gleichnamigen Burg ansässiges Burgmannengeschlecht. Die Burgen zu Steinkallenfels wurden 1397 und 1523 belagert, und die Besatzungen mussten sich ergeben. In das Jahr 1556 datiert eine Nachricht, dass die Burg Stock im Hane verfallen sei und von Philipp Dietrich Graf von Manderscheid-Blankenheim an Franz Ludwig von Warsberg veräußert wurde. Weitere Hinweise, die auf den fortschreitenden Verfall der Burgen hindeuten, liegen aus den Jahren 1615 und 1655 vor. Infolge der Zerstörung durch die Franzosen werden die Steinkallenfelser Burgen 1682 zu Ruinen. (Reinhard Friedrich)

Bauentwicklung:

Die bauliche Entwicklung der Burg Stein ist bislang noch nicht hinreichend erforscht worden, so dass die Datierung der noch erhaltenen Ruinenreste Schwierigkeiten bereitet. In spät- bzw. nachmittelalterliche Zeit datiert sehr wahrscheinlich der halbrunde Geschützturm unterhalb des Felsens der Hauptburg. (Jens Friedhoff).

Baubeschreibung:

Die Burgengruppe Steinkallenfels, bestehend aus Stock im Hane (Steinkallenfels III), Kallenfels (Steinkallenfels II) und Stein (Steinkallenfels I), erhebt sich auf drei markanten Felskegeln über dem Hahnenbachtal. Insgesamt erstrecken sich die Burganlagen über eine Länge von etwa 300 m von Südosten nach Nordwesten. Auf dem größten Felsen im Südosten liegt Burg Stein, die von dem angrenzenden Höhenzug durch einen breiten Halsgraben getrennt wird. In dem Halsgraben steht die Ruine eines Turmes (Torturm). Die Nordwestseite wird durch eine imposante Schildmauer geschützt, hinter der sich auf dem Felsen die Reste des fünfeckigen Bergfrieds erheben. An der Südwestecke haben sich die Reste eines halbrunden Geschützturmes erhalten. Eine Zwingermauer mit einem weiteren Wehrturm schützt die südwestliche Talseite. Auf dem Felsen der Hauptburg befinden sich verschiedene z. T. ungesicherte Mauerreste. Eine schematische Ansicht der Burg Wartenstein aus dem 17. zeigt im Hintergrund die Burg Stein mit mehreren Türmen, dem hochaufragenden Bergfried sowie dem mächtigen, mit Maulscharten versehenen Geschützturm. (Jens Friedhoff)