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Neuenhoven

Geschichte:

Die geschichtlichen Anfänge des Adelssitzes sind unklar. Ob eine Motte der spätmittelalterlichen Anlage vorausging, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. 1382 wird Haus "zoe Nuwenhaeuen" mit Vorburg erstmals urkundlich erwähnt. Es befand sich in der Hand des Reinbold von Eseln, eines Knappen der Herren von Dyck. 1505 gehörte Haus Neuenhoven zu der Herrlichkeit von Dyck. Im späteren 16. Jahrhundert unterstützten die damaligen Besitzer, die Familie von Hundt, die Reformation. Die einige 100 Meter westlich der Burg gelegene Kapelle bildete den Mittelpunkt des "Neuenhovener Quartiers", einer calvinistischen Gemeinde. Die Kapelle wurde im Hessischen Krieg zerstört und Ende des 18. Jahrhunderts nun als katholische Kapelle wieder aufgebaut. Diese besteht nach Erweiterungen im 19. Jahrhundert noch heute. Seit 1850 befindet sich das Gut in den Händen der heutigen Besitzerfamilie. (Karin Striewe)

Bauentwicklung:

Die frühneuzeitliche und neuzeitliche Wasserburg, deren Gebäude um einen rechteckigen Innenhof gruppiert sind, ist von breiten Gräben umflossen und steht auf einer leichten Erhöhung, somit könnte es sich um eine überbaute Motte handeln. Ältester Bauteil ist ein Rundturm aus dem 15. Jahrhundert. Nicht im Mauerverband mit dem Rundturm steht das sich anschließende Burghaus aus dem 18. Jahrhundert. Ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammen die anderen Gebäude, die auf allen Seiten den rechteckigen Innenhof umgeben. (Karin Striewe)

Baubeschreibung:

Am Nordufer in einer Biegung des Kommerbaches liegen auf einer kleinen Erhebung von ca. 70 m Durchmesser die Gebäude einer frühneuzeitlichen und neuzeitlichen Wasserburg um einen rechteckigen Innenhof gruppiert.
Den westlichen Baukörper bilden das Burghaus, ein dreiachsiger, zweistöckige Ziegelbau mit hofseitiger Pilastergliederung, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde, aber wohl ältere Vorgänger hat. Der dreigeschossige Rundturm, an den es an der Nordwest-Ecke angebaut ist, stammt als ältester Bauteil wohl aus dem 15. Jahrhundert und steht nicht mit dem jüngeren Ziegelmauerwerk des Burghauses im Verband. Sein Mauerwerk besteht aus Ziegeln und wenigen Steinkanonenkugeln. Nur die Fensterfassungen der kleinen rechteckigen Fenster, die sich in den beiden Obergeschossen befinden, und der Rundbogenfries unter dem vorkragenden Umgang, der den Turm oben abschließt, bestehen aus Stein. Gehört der Turmaufbau mit dem Zinnenkranz und den okulus-artigen zugebauten Öffnungen zum ursprünglichen Baubestand des Turmes? Ein 36 m breiter heute verfüllter und verflachter Sohlgraben umschließt die Anlage noch von drei Seiten im Süden, Westen und Osten und lässt sich auch im Norden weiterverfolgen.
Eine Vorburg lässt sich nicht mehr erkennen, trotzdem könnte die Burg auf einem verflachten vorhergehenden Mottenhügel stehen, zumal die Tranchot-Karte mehrere grabenumflossene Areale zeigt. (Karin Striewe)