EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Randeck bei Mannweiler

Geschichte:

Erstmals wird ein Heinrich von Randeck (Henricus de Randeke) 1202 erwähnt, als er im Gefolge König Philipps in Trier auftrat, so dass die Burg vielleicht schon Ende des 12. Jhs. errichtet worden sein könnte. Er dürfte zum Kreis der hochangesehenen Ministerialen im Reichsland Kaiserslautern gehört haben und mit den von Wartenberg und von Beilstein eng verwand gewesen sein. 1207 wird er in Zusammenhang mit einer Schenkung an das Kloster Otterberg genannt. Die Burg selbst wird 1307 zuerst genannt (in castro Randecken).1219 ist Embercho von Randeck Zeuge am Königsgericht zu Kaiserslautern. (Grablege in Kirche des benachbarten Oberndorf). Seit 1248 entstanden drei Linien der Randeck zu Löwenstein (nach Krienke), so dass Randeck später zur Ganerbenburg wurde. Zunächst wohl Eigengut, wurde die Burg im 14. Jh. zum Reichslehen. 1401 belehnte König Ruprecht I. Konrad von Randecken mit den Burgen Randeck und Beilstein. Die Randecker, deren Glanzzeit in der ersten Hälfte des 14. Jhs. lag, trugen Reichslehen u. a. in Oppenheim und Worms und waren selbst aktive Lehengeber in der Pfalz, in Rheinhessen und im rechtsrheinischen Gebiet. Durch geschickte Heiratspolitik wurde ihr Besitz vermehrt. Befreundeten Mächten und den eigenen Lehensherren wurde die Burg geöffnet, 1364 öffneten 5 Gemeiner ihre Burg Randeck dem Mainzer Erzbischof Gerlach. 1378 wurden die Gemeiner der Burgen Randeck, Wartenberg und Montfort von Kaiser Karl IV. gemahnt, Übergriffe gegen die Bürger von Lautern und das Reichsland einzustellen. Im 16. Jh. waren bis zu acht Ganerben, darunter Flörsheimer und Wachenheimer, auf der Burg ansässig.
Im Landshuter Erbfolgekrieg wurde die Burg 1504 von den Gemeinern an Herzog Alexander von Zweibrücken übergeben. Die Burg ist weder im Bauernkrieg noch im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden und wurde 1649 durch Kaiser Ferdinand III. an Hans Ludwig von Lewenstein aus der Hauptlinie verliehen. Nach deren Aussterben viel sie an den kurmainzischen Kanzler Nikolaus Georg von Reigersberg. Da die Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg den gegen die Franzosen agierenden "Schnapphähnen" als Unterschlupf diente, wurde sie im Februar 1690 gründlich geschleift und der Turm gesprengt. 1817 wurden die Reste auf Abbruch verkauft. (Reinhard Friedrich)

Bauentwicklung:

Die Burg, erst 1307 erstmals bezeugt, dürfte vielleicht noch Ende des 12. Jhs. errichtet worden sein (zunächst vielleicht die spätere Kernburg ?). Im 14. Jh. war sie jedenfalls so weit ausgebaut, dass sie mehreren Gemeinern und deren Familien Wohnraum bot (1307 wurde sogar zwei Kaufleuten aus der Lombardei hier ein zehnjähriges Niederlassungsrecht angeboten). Um 1330 wird in der Burg eine Kapelle eingerichtet, 1332 ist ein "pastor von Randecken" genannt. 1331 Marstall und Hofstelle erwähnt. 1310 werden an den Südhängen des Schlossberges angelegte Weinberge erwähnt. Im 16. Jh. ein "steinerner Stock" gegenüber dem Turm an der Ringmauer, 1601 ein Burggarten, 1649 Verlies genannt (nach Krienke). Im 1472 angelegten Gerichtsbuch von Münchweiler wird der Turm von Randeck als Gefängnis für Schuldner genannt. Es handelt sich wohl um den runden, 50 Fuß hohen, nur mittels einer Leiter zugänglichen Turm (Bergfried), der 1689/90 von einem französischen Offizier genannt und anschließend gesprengt wurde. (Reinhard Friedrich)

Baubeschreibung:

Die Burganlage hat einen polygonal-ovalen Grundriss von max. ca. 100 m Länge und ist in eine Oberburg und eine bedeutend größere Unterburg gegliedert. Der mächtige Halsgraben an der Nordseite trennt den Burgplatz vom ansteigenden Sporn. An der Ost- und Südseite sind erhebliche Reste der polygonalen Umfassungsmauer aus Bruchstein (hammerrechtes Schichtmauerwerk aus gelbrotem Buntsandstein) erhalten mit zahlreichen, in das Mauerwerk einbindenden Außenstützen (Strebepfeiler). Im Süden erheben sich Reste eines aus der Mauer vorspringenden, rechteckigen und eines runden Flankierungsturmes. Der Zugang erfolgte wohl von Südwesten. Im Areal der Unterburg wurden bisher keine Gebäudereste erfasst. Anders in der Oberburg (Kernburg), wo 1978-82 Ausgrabungen erfolgten. Dabei wurden die Fundamente eines Torhauses am Westrand freigelegt. Auf dem höchstem Punkt der Kernburg wurde der Stumpf eines runden Turmes erfasst, bei dem es sich aufgrund der Masse (ca. 9 m Dm, Mauerstärke 3,3 m, Innendm 2,2 m) nur um einen Bergfried gehandelt haben kann (wohl der 1689 erwähnte, noch 50 Fuß hohe Turm mit Hocheingang). Die Kernburg war von einer (älteren) Sicherungsmauer mit halbrundem Flankierungsturm im Westen umgeben. Im Innern fanden sich weitere Gebäudefundamente, ein Kellerrest mir Rundbogenportal sowie Hofpflasterung. (Reinhard Friedrich)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabungen 1979-1982 führten zu Freilgungen der Fundamente der Kernburg, darunter der Stumpf des runden Bergfrieds, Fundamente eines Torhauses am Westrand sowie Reste alter Pflasterung.
Kleinfunde, Dokumentation u. Architekturteile im Randeck-Museum, Mannweiler