EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Merburg

Geschichte:

Die Merburg war spätestens seit der ersten H. des 12. Jh. Besitz der Grafen von Merburg bzw. Homburg aus dem Geschlecht der Bliesgaugrafen, einer Seitenlinie des Grafenhauses von Metz-Lunéville. Als Begründer der Merburger / Homburger Linie gilt Graf Dietrich von Hüneburg, der die Burg wohl in den 1120er Jahren erbte, während sein Bruder Folmar u.a. die unweit gelegene Burg Kirkel zugesprochen bekam. Graf Dietrichs Söhne Otto und Dietrich traten mehrfach gemeinsam als Lehensherren auf und benannten sich abwechselnd nach der jeweiligen Burg als "Theodericus comes de Mereburc" bzw. "Ottone de Homburc". Zunächst gemeinsam genutzt, gab man die Merburg wohl bereits gegen Ende des 13. Jh. zugunsten der vorteilhafter gelegenen, nur 2,5 km entfernten Burg Homburg auf. An die Stelle der Burg Merburg trat möglicherweise der in den Schriftquellen zwischen 1282 und 1479 mehrfach angeführte Hof (curia) Merburg. Tilemann Stella erwähnt die Merburg 1564 als "alter Burgstall... auf einem hohen Kopf gelegen", von dem man "daselbst umbher noch die Mauren" findet. In den folgenden Jahrhunderten geriet die Anlage bis zu den ersten Freilegungsarbeiten in den 1930er Jahren weitgehend in Vergessenheit. (J.S.)

Bauentwicklung:

In einer älteren Befestigung, von der die Reste zweier Trockengräben erhalten sind, wurde eine kleinere Wehranlage errichtet. Ein steinernes Haus dürfte aus der 2. H. des 11. Jh. stammen. Danach großzügiger Ausbau mit Einbau eines achteckigen Turms, Abtrennung des Sporns durch Anlage eines Halsgrabens, Errichtung einer polygonalen Ringmauer. (J.S.)

Baubeschreibung:

Steinerner Wohnbau mit Kleinquadermauerwerk, im Inneren evtl. Fundament eines Backofens. Jüngerer Gebäudeannex. Ringmauerfundament mit Verstärkung zur Angriffseite. Achteckiger Turmgrundriss mit Einbindung einer Ecke in die Ringmauer, Innenraum ungleichmäßig oval. Halsgraben 7 m tief und 14 m breit, einer der beiden aus dem Fels gehauenen Brückenköpfe noch vorhanden. (J.S.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Schlecht dokumentierte Ausgrabung durch Laien in den 1980er Jahren: Eisenschlacke, Buntmetallschrott, ein Stangensporn, eine Feinwaage, Abfall aus Knochenverarbeitung auf der Unterburg, Keramik ab Karolingerzeit, jüngster Fund ca. 1. H. 13. Jh.