EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Waldstein

Geschichte:

Neben dem Namen Waldstein taucht auch Walstein auf. - 1275 vermacht Albert von Waldstein ein Besitztum in Fischerbach an das Kloster Alpirsbach; der Besitz war Lehen des Freiherrn Friedrich von Wolfach.1277 verkauft Hug von Waltstein ein Gut an das Kloster Alpirsbach, was 1303 von Gräfin Udilhilt von Fürstenberg (aus dem Geschlecht von Wolfach gebürtig) und ihrem Sohn bestätigt wird. Die Waldsteiner waren Lehensträger der Fürstenberger und auch der Herren von Wolfach. 1318 wird Hug nochmals erwähnt als Anrainer eines Gebietes, das die Ramsteiner (vgl. Weiler bei Fischerbach) in Fischerbach erwarben. 1301 ist ein Edelknecht Thame von Waldstein genannt; 1332 war er einer der 12 Bürgen für zwei von den Fürstenbergern gefangene Edelknechte. Zahlreiche weitere Nennungen von Waldsteinern betreffen Rechtsgeschäfte und Verkäufe.
Auch Kloster Gengenbach hatte Anteil an der Burg und am Hof, den es 1353 dem Egenolf von Walstein zu Lehen gab (gleichzeitig die Erstnennung der Burg). 1409 gibt es einen Fürstenberger Lehensbrief über den anderen Teil der Burg. 1420 war ein Edelknecht Walther von Waldstein Amtmann beim Kloster Gengenbach. Egnolf von Waldstein war 1435 Schultheiß der Reichsstadt Gengenbach. Um etwa 1500 verließ Konrad von Waldstein die Burg und zog in die Gegend von Pforzheim, wo sein Schwager Eberhard von Reischach Vogt war. Sein Sohn errichtete dort das Schloss Bauschlott. Man behielt den Besitz in Waldstein bei, den die Fürstenberger einziehen wollten.1506 wird Walstein als Burgstall genannt.
Die Familie starb 1581 mit Egnolf von Waldstein aus. Einige Ansprüche von Erben wurden 1621 abgelöst. Die Fürstenberger vergaben das Lehen Waldstein 1635 an ihren Rat Simon Finckh, der dann als "von Wallstein" geadelt wird. Durch Heirat begründete sich später eine Familie der Gebele von Waldstein. (Heiko Wagner)

Bauentwicklung:

Nichts bekannt. (Heiko Wagner)

Baubeschreibung:

Die Burg Waldstein befand sich in einem Seitental des Tales Fischerbach. Ab der Burg Fischerbach folgt man dem Waldsteiner Talbach nach Norden. Im nördlichen Teil des Weilers Waldstein steht am Fahrweg der Franzosenhof. Die Burg wurde WNW des Hofes auf einer Spornlage in etwa 530-540 m ü.NN. Errichtet. Der Bergsporn springt von SW nach NO ins Tal vor, ist jedoch hinten im Südwesten überhöht. Außerhalb der Burg fällt der Sporn als zerklüfteter Felsgrat nach Nordosten zum Tal hin ab.
Am Nordwesthang lag eine Unterburg in Form einer etwa 30 m langen Terrasse. Nach unten schützt mindestens ein Graben mit Vorwall die Burg nach unten. Ein weiterer Graben mit Vorwall ist etwas unklar; vielleicht ist es auch teilweise ein Hohlweg des Zugangs. Der Zugang könnte auch über eine Rampe gelaufen sein, die von Norden her den äußeren Vorwall durchbricht. Die Terrasse der Unterburg zeigt an ihrem Rand noch Teilstücke der Ringmauer. Ein nach innen abgewinkelter Mauerreste gehört vielleicht nicht zur Innenbebauung, sondern zeigt wohl eher eine Torsituation an. Felskanten auf der Terrasse, im Nordosten, könnten einen Gebäudestandort anzeigen.
Der zentrale längliche Felsen zeigt oben im dichten Bewuchs drei Seiten eines Gebäudes, wohl eines Turmes; die südöstliche Seite scheint abgerutscht zu sein. An der südöstlichen Längsseite der Burg reichte der Steilhang als Annäherungshindernis aus, daher wurde hier kein Graben angelegt.
An der südwestlichen Schmalseite bildet ein Felsspalt offenbar einen inneren Graben (unten 4 m breit, oben 10 m). Ein vorgelagerter hoher Felsen scheint die Burg in Art einer Schildmauer nach oben hin zu schützen. Der Felsnadel ist ein schmaler Halsgraben vorgelagert. Auf dem Grat nach oben folgt in etwa 25 m Abstand ein etwa 10 m langer, 2 m breiter Graben. Außerhalb davon steigt der Fels um 4-5 m an. Davor liegen noch drei seichte, grabenartige Strukturen, die vielleicht weitere Annäherungshindernisse darstellten. Oberhalb davon verläuft ein Querweg.
Von der Burgbebauung zeugen die Funde von einigen Dachziegeln und ein Buntsandsteinstück. (Heiko Wagner)

Arch-Untersuchung/Funde:

Begehung. Wenige Oberflächenfunde gehören in das 13.-15. Jh. (H.W.)