EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Anholt

Geschichte:

1169 wird Anholt erstmals erwähnt, Besitzer ist das klevische Geschlecht von Sulen. Da dieses Lehnsnehmer des Bischofs von Utrecht waren, wird angenommen, dass die Burg zum Schutze von dessen Territorium diente. Allerdings war spätestens unter Stephan III. von Sulen (1313 -1347) die Burg mitsamt der umliegenden Ortschaft reichsunmittelbar. 1380 stirbt die Familie von Sulen im Mannesstamm aus und die Burg Anholt kommt durch Heirat an die Herren von Gemen. Diesen widerfuhr das selbe Schicksal zwei Jahrzehnte später, so dass die Burg an die Herren von Bronckhorst-Batenberg in den Niederlanden kam. 1512 wurde die Burg in der Geldernschen Fehde durch Herzog Karl von Geldern eingenommen. Nach 25 Jahren erlangten die Herren von Bronckhorst-Batenberg ihren Besitz gegen Kontributionszahlungen wieder zurück. 1641 heiratet Maria Anna Gräfin von Bronckhorst-Batenberg, die einzige Tochter des Dietrich IV, Leopold Philipp Carl Fürst zu Salm, dessen Familie das Schloss bis heute besitzt. (S.Eismann)

Bauentwicklung:

Möglicherweise hat eine erste Motte 100 m nordöstlich auf dem sog. "Bergsken" in den Parkanlagen bestanden. Die erste Burg an der heutigen Stelle wurde vor 1169 errichtet. Im 14. Jahrhundert wurde sie zu einem L-förmigem Bau mit Mauern an den freien Seiten erheblich erweitert. Ab diesem Zeitpunkt ist auch eine Vorburg nachweisbar. Während des 16. Jahrhunderts erfolgte der Anbau von Süd- und Ostflügel. Ebenfalls in diese Zeit ist die Errichtung zweier Treppentürme in der Nordwest- und der Nordost-Ecke der Kernburg zu datieren. Ab 1705 lässt Fürst Ludwig Otto Schloss und Vorburg nach Plänen des Mailänder Architekten Tommasso Tommassini ausbauen und die Gärten anlegen. Als Zugang zur Parkanlage wurde der Westseite der Vorburg ein zweigeschossiger Pavillon vorgelagert. 1945 wurde das Schloss zu 70% zerstört. Beim Wiederraufbau wurden ein Museum und ein Schlosshotel integriert. (S. Eismann)

Baubeschreibung:

Die Anlage liegt auf zwei Inseln in einem gemeinsamen, von der Issel und der Bocholter Aa gespeisten Hausteich. Zu der ersten nachweisbaren, vor 1169 errichteten Burganlage gehörten der heute noch existierende Bergfried ("Dicker Turm"), ein kleines Wohnhaus in der Nordostecke der heutigen Anlage und ein ovaler Mauerring. Zur zweiten Anlage gehören große Teile des heutigen Westflügels, der um einen Nordflügel erweitert wurde. Die damals vorhandenen Wehrgänge sind im 18. Jh. beseitigt worden. Auf der Ost- und Südseite ergänzten Wehrmauern die Anlage zu einem Rechteck. An deren Stelle stehen seit dem Spätmittelalter ein Ost- und ein Südflügel. Im Ostflügel lagen früher der Hauptsaal und eine Saalkammer. Der Südflügel besteht aus einem Querbau und dem Torhaus. In den beiden Nordecken des Innenhofes steht jeweils ein Treppenturm. Die Vorburg besteht aus einem Dreiflügelbau mit Zugang im Westen und dort vorgelagertem Pavillon. Ab dem 16. Jh. waren der Anlage zwei heute nicht mehr vorhandene Wehrtürme vorgelagert. (S.Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabungen im Burghof um 1900. 1965 wurden im Keller des Ostflügels Fundamente eines Vorgängerbaus beobachtet. (S. Eismann)