EBIDAT - Burgendatenbank des Europäischen Burgeninstitutes
Burgen an Rhein und Donau

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Ickern

Geschichte:

Die Ursprünge von Haus Ickern liegen im Dunkeln. Die Burg befand sich in der Bauernschaft Ickern im Kirchspiel Mengede. Bereits im 13. Jh. wird eine Adelsfamilie von Ickern erwähnt, 1277 bis 1300 wird beispielsweise Werner von Ichorne als Schulte des Oberhofes Huckarde genannt. 1306 wird Werner von Icker als Lehnsmann des Edelherrn von Lüdinghausen aufgeführt. Im 14. Jh. ging das Anwesen aus dem Besitz der Familie von Ickern auf die Familie von Düngelen über. 1320 begründete Johann von Düngelen den Familienzweig auf Haus Ickern. Sein Enkel der Knappe Johann von Düngelen und dessen Frau Mechthilt erklärten 1399 die Hälfte von Ickern dem Erzstift zu Köln zum Offenhaus. Aus seiner Ehe mit Lyse Mulsenhof ging die Erbtochter Lyse von Düngelen hervor. Durch ihre Ehe mit Corad von Lindenhorst Junggraf zu Dortmund gingen Haus und Schloss Ickern mit Mühle und allem Zubehör an diesen über. Ab 1420 nahmen die Eheleute ihren Wohnsitz im geteilten Haus. 1449 belagerte der Herzog von Kleve, Graf von der Mark Haus Ickern. Nach der Bestürmung erklärten Conrad von Lindenhorst und sein Sohn Heinrich sowie auch Hannemann von Düngelen für die andere Hälfte der Burg am 13. Juni Ickern zum Offenhaus des Herzogs von Kleve. Die Erbhälften blieben bis in das 16. Jh. im Besitz der Familien von Düngelen und von Lindenhorst.
Robert Stael von Holstein ererbte das Haus von seiner Halbschwester Katharina von Lindenhorst (gest. 1534). Wiederum durch Heirat ging Ickern an die Familie von Bodelschwingh. Während des 30-jährigen Krieges wurde Haus Ickern 1636 durch hessische Truppen erstürmt und setzten es in Brandt.
Nach verschiedenen Besitzerwechseln kam das Haus 1810 an Ludwig von Vincke, der dort bis 1813 lebte. Sein Sohn Karl Gisbert Friedrich von Vincke wurde in Ickern geboren. 1893 erwarb Karl Graf von Bodelschwingh-Plettenberg Haus Ickern. 1911 wurde es an den Lothringer Hüttenverein verkauft. 1944 wurde das Anwesen durch Bomben völlig zerstört. (R. Beusing)

Bauentwicklung:

Das ursprüngliche Burghaus wurde im 17. Jh. durch ein neues Gebäude ersetzt, das im Jahr 1944 vollständig zerstört wurde. (R. Beusing)

Baubeschreibung:

Informationen liegen über das aus dem 17. Jh. stammende Herrenhaus vor. Ein Grundriss auf der Basis alter Karten zeigt eine mehrteilige Wasserburg mit mehreren Gebäuden, die von einem Graben umgeben ist. Alte Fotos zeigen ein Herrenhaus, das im 17. Jh. errichtet worden sein soll und zwei Flügel sowie einen Eckturm besitzt.Das Herrenhaus, das seinen baulichen Ursprung im Jahr 1611 hat, bestand aus Bruchstein. Im 1700 wurde die Anlage um eine Kapelle erweitert. In den Jahren 1723 bis 1728 wurde der mittelalterliche Kernbau durch zwei turmartige Seitenpavillons ergänzt. Diese sind auch auf einer alten Postkartenansicht von Haus Ickern gut erkennbar. Inwieweit Bauelemente der Vorgängeranlage beim Neubau im 17. Jh. berücksichtigt wurden, ist bisher nicht geklärt. (R. Beusing)