EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Dinslaken

Geschichte:

1163 wird das Geschlecht der Herren von Dinslaken erstmals erwähnt. 1288 gelangt ihr Besitz an den Grafen von Kleve. Die Burg diente als rechtsrheinische Bastion gegenüber dem Besitz des Erzbischofs von Köln. Im Jahre 1273 wurde der südlich der Burg liegende Ort zur Stadt erhoben. Im Laufe des Mittelalters diente die Burg als Sitz des Grafen von Kleve, Sitz des Amtmannes oder später Verwaltungszentrum. 1667 ging Dinslaken in den Besitz der Kurfürsten von Brandenburg über. Nach Einrichtung einer Landwirtschaft und Brennerei 1853 wurde 1909 auf den Trümmern der ehemaligen Burganlage das Kreishaus errichtet. Nach Brandzerstörungen und Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurden die Gebäude in den 50er Jahren saniert. Heute dienen sie als Rathaus mit Standesamt und Stadtarchiv. (E. Nieveler)

Bauentwicklung:

Die Burg wurde wohl im 12. Jh. Errichtet und um 1420 um- bzw. ausgebaut. Die Mauertechnik des östlichen Traktes bestehend aus Tonnengewölben mit Tuffplatten deutet auf die Bauweise des 12. Jhs. Hin. Zum Aussehen der ersten Burg ist nichts bekannt. Vermutet wird aufgrund der Lage am Rotbach eine Anlage als Motte. Die heute noch in Teilen erhaltene älteste Anlage entstand im Kern im 15. Jh. Der runde Hauptturm, errichtet zwischen 1494 und 1448 als dreigeschossiger Bau mit 40 m Dm., besteht im Fundament aus Basaltblöcken, der Aufbau aus Backsteinen. Er wurde abgeschlossen durch Wehrgänge. Er wurde 1770 durch Blitzeinschlag stark beschädigt und 1820 weitgehend abgebrochen. Neben dem Hauptturm lag das Burgtor, das mit der Stadt über einen Damm verbunden war. 1627 wurde die Burg von niederländischen Truppen niedergebrannt und neu wieder aufgebaut. Zeichnungen des 19. Jhs. Zeigen im NO einen zweigeschossigen Trakt mit hohen Fenstern und Walmdach. Daran schloss ein bis heute im Fundament erhaltener Eckturm an. Im südwestlichen Rundturm war lange Zeit ein Gefängnis untergebracht. Der heutige Baubestand entstammt dem Wiederaufbau nach Bränden und Kriegszerstörungen aus den Jahren 1950-52. Er folgte den alten Grundrissen unter Einbeziehung älterer, erhaltener Bauteile. (E. Nieveler)

Baubeschreibung:

Die Burg ist angelegt worden als eine unregelmäßig dreiflügelige Anlage, die mitsamt dem Gartenland von einem breiten Wassergraben umschlossen ist. Die Zufahrt erfolgt neben dem runden Hauptturm im Süden. Der Hauptturm, der vermutlich eine Höhe von 40 m erreichte, wurde 1770 beschädigt und größtenteils abgebrochen. Die ältesten Teile liegen im Osten der Anlage. Sichtbar sind heute Teile des 1909 errichteten Kreishauses und der Aufbauten nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges. Diese Bauten folgten dem alten Grundriss der Anlage. Alte Bausubstanz ist jedoch nur im Osten der Anlage mit der Turmruine, dem Burgtor, südöstlicher Außenmauer und Eckturm erhalten. Auf der Südoststeite blieb der breite, teichartige Wassergraben erhalten. (E. Nieveler)

Arch-Untersuchung/Funde:

1996 erfolgten bautechnische Untersuchungen am alten Burgturm.