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Gartrop, Schloss

Geschichte:

Die mottenartige Burgwüstung Gartrop lässt eine Verbindung mit Schloss Gartrop als dessen Nachfolgebau vermuten. Diese These ist jedoch nicht eindeutig zu belegen. 1337 wird das Rittergeschlecht von Gartrop erstmals erwähnt. Bereits 1376 folgen durch Heirat die Herren von Hüchtenbruck, die spätestens 1391 von Dienstmannen der Abtei Werden zu klevischen Ministerialen werden und Gartrop damit ein klevischer Rittersitz. Im Jahr 1716 erlischt die Linie von Hüchtenbruck, die nach den Grafen und Herzögen von Kleve dem Kurfürsten von Brandenburg und den Königen von Preußen als Amtmänner, Räte, Droste und Erbkämmerer dienten. Mit Übernahme des Landkommissariats 1665 durch die Barone von Hüchtenbruck erfolgten auch Baumaßnahmen am Schloss (1665) und der reformierten Schlosskapelle (1698). 1805 erbte die Linie der Freiherren von Nagel Schloss Gartrop, das schließlich 1993 an den Essener Unternehmer Dr. D. Thumulla verkauft wurde. Dieser nahm in Abstimmung mit der Denkmalpflege umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen vor, konnte sie jedoch nicht beenden. Die Anlage wurde später von Dr. P. Blumrath erworben. (E. Nieveler)

Bauentwicklung:

Bei seiner Gründung wurde Schloss Gartrop als zweiteilige Wasserburg angelegt, wobei Herrenhaus und dreiflügelige Vorburg jeweils auf eigenen, von rechtwinkligen Wassergräben getrennten, Inseln lagen. Das Herrenhaus liegt mit dem Torturm um einen Innenhof herum.
Kern des zweigeschossigen , rechteckigen (ursprünglich vierflügeligen) Herrenhauses ist der nördliche Saalbau aus dem 14. Jh.. Wohl auch noch mittelalterlich sind die Außenmauern des Südostflügels und die Tormauer, die durch den Torturm überbaut wurde. Im 16. Jh. wurde der Südwestbau hinzugefügt. Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erfolgten Baumaßnahmen ab 1665. Umbaupläne von 1663-1660 wurden bis 1993 im Schlossarchiv aufbewahrt. Das Herrenhaus erhielt eine Folge von Salons, die um den Hof gruppiert waren. Im 18. Jhd. Wurde der große Saal mit einem marmornen Rokokokamin und Leinwandbespannungen in Ölfarbe ausgestattet. Der westliche Teil des Hofes wurde überdacht und ein Treppenhaus eingerichtet. 1698 wurde im Bereich der Vorburg die reformierte Schlosskapelle errichtet. Zu Beginn des 18. Jhs. Ließ Wilhelm Albrecht von Quadt zu Wickrath und Hüchtenbruck die Einfahrt mit zwei Gartenhäusern errichten mit Sandsteinfiguren (Athene und Concordia) auf den Torpfeilern und einem neoromanischen Mausoleum von 1901 als Begräbnisstätte der Familie von Hüchtenbruck. Der Graben zwischen Herrenhaus und Vorburg wurde 1828 zugeschüttet, die Zugbrücke durch eine Freitreppe ersetzt und das Vorburggelände 1836-1845 zu einem Landschaftspark nach englischem Vorbild mit Wassermühle umgestaltet. Das Innere des Herrenhauses wurde umstrukturiert, z. B. Personaltreppen eingebaut, Personal- und Gästezimmer ins Dachgeschoss verlegt, neue Stuckdecken angebracht. Das Haus erhielt den weißen Anstrich. Bis auf den Nordflügel wurde die Vorburg 1836 abgebrochen und ein neuer klassizistischer Wirtschaftshof angelegt. Die Fassade des Nordflügels und der Kapelle wurden in neugotischen Formen gestaltet. 1880/85 wurde der Innenhof mit einer Glaskuppel überdacht. Neben dem Dachstuhl mussten u.a. die Kreuzgratgewölbe der Keller aus dem 17. Jhd. 1994 aufwendig saniert werden. Nach Einrichtung eines Gasthofes 2005 schlossen sich 2007 Restaurierungen der Schlosskapelle und des Herrenhauses an. (E. Nieveler)

Baubeschreibung:

Mit den großen Umbauten im 17. Jh. entstand das regelmäßige, vierflügelige Barockschloss mit Torturm und offenem Innenhof. So wurden auch die Keller mit Kreuzgratgewölben versehen, die 1994 saniert werden mussten. Die mit Ölfarben bemalte Leinwandbespannung des Hauptsaales wurde bei den Restaurierungen 1994 teilweise in anderen Räumen wiederentdeckt und zur Restaurierung abgenommen. (E. Nieveler)