EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Burgaltendorf

Geschichte:

Eine Siedlung "Altendorf" wird 1166 erstmals erwähnt. Herren von Altendorf sind als Ministerialen des Essener Damenstiftes seit dem Ende des 12. Jh. belegt. Sie amtierten als Drosten des Stiftes. Ab Ende des 12. Jh. ist die romanische Turmburg durch archäologische Untersuchungen belegt, während die Burg erst 1356 genannt wird. Nach Aussterben der Herren von Altendorf geht die Burg im späten 14. Jh. an die Herren von Vittinghoff-Schell, die die Burg zu einem gotischen Haus umbauen. Unter Chrsitoph von Vittinghoff-Schell, einem kaiserlichen General der Türkenkriege, wird die Burg nach 1533 zu einem Renaissance-Haus umgebaut. Durch eine Erbteilung nach dem Erlöschen dieser Familie 1601 kam es zu einer Zersplitterung des gesamten Besitzes und um 1750 wurde die Burg als Adelswohnsitz aufgegeben. Einzelne bewohnbare Räume wurden verpachtet. Die Burg wurde durch einen Erbpachtvertrag in einen "Erbkotten" umgewandelt. Der Wohnturm war unbewohnbar geworden, so daß in der Vorburg ein Kötterhaus aus dem Steinmaterial der Burg gebaut wurde. Die Kötterei wurde 1852 weiterverkauft und kam 1855 an die kath. Schulgemeinde Altendorf, die in der Vorburg ein Schulhaus errichtete. Die übrigen Gebäude wurden als Steinbruch genutzt. 1959 wurde das Schulhaus stillgelegt und 1961 durch die Feuerwehr abgebrannt. 1966 begannen die Ausgrabungen in der Vorburg und um den Wohnturm durch die Arbeitsgemeinschaft für Mittelalter-Archäologie am Gymnasium Waldstraße in Hattingen unter der Leitung von Herrn Dr. Heinrich Eversberg, die bis 1969 durchgeführt wurden. 1970 kamen Burg und Ort an die Stadt Essen. (H. Kibbert)

Bauentwicklung:

Die Burg Altendorf wurde als romanische Turmburg in den beiden letzten Jahrzehnten des 12. Jh. erbaut. Sie bestand aus dem Wohnturm, der von einer Ringmauer umgeben war, und aus einer kleinen Vorburg, die beide von einer Gräfte eingefasst waren. Der Turm bestand aus drei Geschossen. Die Wohnung des Burgherren befand sich im zweiten Geschoss, das durch einen Halbrundturm als Treppenturm zugänglich war. Der Zugang zur Vorburg erfolgte über eine Zugbrücke in der Nordostecke und über eine weitere Zugbrücke in den Hof um den Wohnturm.
Die Burg wurde gegen Ende des 14. Jh. umgebaut zu einem gotischen Burghaus. Das Erdgeschoss wurde zu einem Keller mit Tonnengewölbe umgebaut. Das höhere Erdgeschoss auf dem Tonnengewölbe wurde mit einem achtteiligen Rippengewölbe überspannt. Der Wohnturm wurde um zwei Stockwerke erhöht, wobei die romanischen Fenster zugemauert wurden. Das Erdgeschoss erhielt einen neuen Eingang.
Nach 1533 wurde das Haus im Stil der Renaissance umgebaut. Statt des bisherigen Treppenturmes wurde ein polygonaler Treppenturm hochgezogen mit Zugang zu allen Stockwerken. Der Turm erhielt Schmuckformen der Renaissance. Die Vorburg wurde vergrößert, um einen Meter erhöht und gepflastert. Einige Gebäude in der Vorburg wurden neu erbaut oder vergrößert. Heute ist der Wohnturm als Ruine gesichert und mit einer Beton-Innentreppe als Zugang zur Aussichtsplattform versehen. (H. Kibbert)

Baubeschreibung:

Die Burg Altendorf besteht aus einer Vorburg in Form eines unregelmäßigen Vierecks mit einer Seitenlänge von max. 70 m und einer fast quadratischen Hauptburg mit einer Seitenlänge von etwa 30 m. Die Größe der Gesamtanlage mit den rekonstruierten Grabenbereichen beträgt etwa 130 x 90 m. Der Wohnturm ist eine gesicherte Ruine mit Aussichtsplattform. In der Vorburg befindet sich ein Restaurant. (H. Kibbert)

Arch-Untersuchung/Funde:

1966-1969 erfolgten archäologische Grabungen in der Vorburg und am Wohnturm durch eine Schülerarbeitsgemeinschaft. Diese sind jedoch bis heute noch nicht umfassend ausgewertet, eine internsive Bauforschung hat bisher nicht stattgefunden. (H. Kibbert)