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Angerort

Geschichte:

Als Angerort wird das ehemalige Schwemmland an der Mündung der Anger in den Rhein bezeichnet. Die Anger bildete hier die Grenze zwischen den späteren Herzogtümern Kleve und Berg.
Für 1287 ist schon ein Ritter Amphonius als Herr zu Angerort überliefert. 1288 folgten als Besitzer Heinrich und Ludwig von Agierhausen, 1315 Hermann de Angera zu Sermes(Serm).
1425 wird hier mit der Errichtung einer bergischen gegen Kleve gerichteten Landesfestung begonnen. Für deren Bau mußten die 8 Ämter des bergischen Herzogtums seit 1425 Abgaben leisten. 1433 ist die Festung in wichtigen Teilen fertiggestellt. Alf Quade war der erste Schlosshauptmann. Ihm folgte 1439 Lutter Stael von Holstein. Er erweiterte die Festung zum Wohnschloss. 1444 findet hier ein Treffen des Herzogs von Jülich-Berg und des Grafen von Moers statt. 1475 ist Angerort Stützpunkt des Reichsheeres gegen die Burgunder. 1521 wird Angerort zur Feste für Staatsgefangene. 1629 Plünderung der Festung Angerort durch die Niederländer. 1632 Ausbau der Festung nach holländischem Vorbild. 1642 Verwüstung durch hessische Truppen. 1642 nach Sieg der kaiserlichen Truppen über Hessen und Franzosen wird Angerort von diesen eingenommen.. Ausbau der Festung durch den kaiserlichen Kommandanten Fagel (Abb. B) 1643-44 und Zerstörung derselben nach Abzug seiner Truppen 1644. 1645 Wiederaufbau in bescheidenem Umfang durch Gerhard von Neuland, so dass man aber nur noch von einem befestigten Haus sprechen kann, das auch als Schloss bezeichnet wurde. Das heute noch erhaltene Gebäude stammt wohl aus dem 18. Jahrhundert.
Mit dem Haus Angerort stand die Medefurter oder Angerorter Mühle mit dem zugehörigen Hofe in enger Verbindung, die zusätzlich nur für Anger-ort mahlen durfte. Die Mühle und der Hof lagen an einer Furt durch die Anger oberhalb von Angerort. Beide werden 1271 zum ersten Male genannt. Die noch völlig erhaltene Mühle wurde 1921 durch ein Angerhochwasser zerstört. (G. Krause).

Bauentwicklung:

Über das Aussehen von Angerort im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit geben nur die Zeichnung von Arnold Mercator aus dem Jahre 1571 und der Plan des Festungkommandanten Fagel von 1643 Auskunft (Abb. A-b). Die Zeichnung Mercators wird im Kern den spätmittelalterlichen Baubestand wiedergeben.(G. Krause)

Baubeschreibung:

Auf der Zeichnung von A. Mercator 1571 (A), die im Vorder-grund den Angerlauf zeigt, sind zwei große Rundtürme an der Südost- und Nordwestseite zu erkennen, weiter ein kleinerer Rundturm an der Ostseite. Die beiden großen Rundtürme finden sich auch auf dem Plan von Fagel 1643. Dies ist auch von den an die Türme anschließenden Gebäuden anzunehmen. Die Ostseite mit dem kleinen Rundturm ist durch die Anlage neuer Zugänge zum Kastell stark verändert worden. Dies gilt auch für die in der Mercatorzeichnung gut sichtbare Außenfront der Anlage zur Anger hin (G. Krause).

Arch-Untersuchung/Funde:

Keinerlei archäologische Untersuchungen