EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Kaiserslautern

Geschichte:

Sicher nachweisbar ist eine Burg Lautern im heutigen Kaiserslautern erst im 12. Jahrhundert. Zu unbekannter Zeit zwischen 1152 und 1158 ließ König/Kaiser Friedrich I. "Barbarossa" "aus roten Steinen ein königliches Haus" errichten, das in der Folgezeit große Bedeutung gewann. Wie die qualifizierenden Benennungen dieser Anlage in den Schriftquellen eindeutig belegen, handelte es sich dabei eindeutig um eine Burg (nicht um eine "Pfalz"), die somit als Reichsburg anzusprechen ist. 24 Besuche von römisch-deutschen Königen und Kaisern - darunter die bedeutende Hochzeit König Richards (von Cornwall) mit Beatrix von Valkenburg 1269 - allein bis zum Jahr 1300 dokumentieren ihre Bedeutung.
Im 14. Jahrhundert wurde Lautern mehrfach und zuletzt 1357 an die pfälzischen Kurfürsten verpfändet. Von Seiten des Reichs nicht mehr rückgelöst, ließ Pfalzgraf Johann Casimir zwischen 1570 und 1580 im Burggelände ein stattliches Renaissanceschloss errichten.
Im 17. und 18. Jahrhundert mehrfach (1621, 1635, 1688, 1703, 1713, 1792) beschädigt, zerstört und schließlich 1813 versteigert, wurden die Schlossgebäude wiederum zunächst als Gefängnis und ab 1842 als Brauerei genutzt.
Erst seit den 1930er Jahren erfolgten Sicherungs- und Sanierungsarbeiten, die um Freilegung der historischen Baubestände bemüht waren, aber auch viel neue Substanz hinzufügten. (Alexander Thon)

Bauentwicklung:

Ob eine vor dem 12. Jahrhundert vermutete Befestigung tatsächlich als Burg zu bewerten ist, muss angesichts unzureichend ausgewerteter Grabungsberichte noch dahingestellt bleiben. Gesichert ist der wohl vollständige Neubau unter Friedrich I. "Barbarossa" zwischen 1152 und 1158 mit repräsentativem Saal- und benachbartem Kapellenbau, von denen sich kaum etwas erhalten hat. In einer zweiten Bauphase wurde um 1200/1215 die Kapelle mit imposanten Buckelquadern ummantelt und wohl zu einer Doppelkapelle erweitert. Das zwischen 1570 und 1580 nachfolgende hakenförmige, drei- bis fünfgeschossige Renaissanceschloss mit vier ausdrucksstarken Giebeln und hohem Dach bezog die hochmittelalterlichen Gebäude mit ein. (Alexander Thon)

Baubeschreibung:

Vom hochmittelalterlichen Bestand lassen sich nur Reste der 1215 erstmals erwähnten, wohl aus dem 12. Jahrhundert stammenden und um 1200 ummantelten Kapelle mit schönen Buckelquadern feststellen. Der heute verschwundene Palas besaß im Obergeschoss einen mit Fenstergalerie ausgestatteten Saal und im Südbereich einen großen Erker.
Vom Schlossbau des 16. Jahrhunderts hat sich nur ein Teil der Südwand erhalten, der "Casimirbau" ist ein völliger Neubau. (Alexander Thon)

Arch-Untersuchung/Funde:

Freilegungsarbeiten 1934-36, Grabungen 1960-64 und vor 1994, sämtlich großteils unzureichend publiziert und ausgewertet.