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Nanstein

Geschichte:

Burg Nanstein ist nicht vor dem Ende des 12. Jahrhunderts nachzuweisen. Erstmals findet sie 1189 Erwähnung, als König Heinrich VI. auf "Nannensteine" eine Urkunde ausstellte. An der alten Königsstraße nach (Kaisers-)Lautern gelegen, befand sich die Reichsburg im 13. Jahrhundert im Lehnsbesitz der Herren von Daun zu Oberstein und kam nach deren Aussterben 1322 an die Grafen von Zweibrücken.
Im 14./15. Jahrhundert nahm die Burg eine Gemeinschaft zahlreicher Lehnsnehmer auf, zu denen neben den Zweibrücker Grafen nach mehrfachen Verpfändungs- und Verkaufsvorgängen auch die Grafen von Sponheim, Veldenz, Leiningen und Nassau-Saarbücken gehörten. Dabei wurde die Reichslehnschaft allmählich aufgeweicht.
Der nach dem Aussterben der Sponheimer Grafen an die Markgrafen von Baden gekommene Anteil fiel 1482 vermutlich über den Erbweg an die Herren von Sickingen. Der bekannte Franz von Sickingen erwarb ab 1518 sukzessive die gesamte Anlage und sorgte für umfangreiche Um- und Neubauten. Im sogenannten Reichsritterkrieg des Sickingers mit den Kurfürsten von der Pfalz und Trier sowie dem Landgrafen von Hessen belagerten diese 1523 den Nanstein unter Einsatz zahlreicher Artillerie, wobei Franz von Sickingen schwer verletzt wurde und schließlich verstarb.
Die zwei Jahrzehnte an die Söhne Franz' zurückgegebene Ruine wurde von Reinhard von Sickingen bis 1595 wieder aufgebaut. Von 1643-48 von lothringischen Truppen besetzt, wurden die Gebäude 1668 geschleift und endgültig 1689 von den Franzosen zerstört. Heute befinden sich die imposanten Ruinen im Besitz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. (Alexander Thon)

Bauentwicklung:

Der älteste Teil der Burg lag auf dem eigentlichen Burgfelsen im Zentrum der heutigen Anlage. Die ehemaligen Gebäude auf der Oberfläche der Felsplattform sind mit Ausnahme eines übersanierten Turmrestes und der modernen Brüstungsmauer völlig abgegangen, so dass keine näheren Aussagen möglich sind. Mutmaßlich gehören auch noch die Reste der gegen die Bergseite östlich unterhalb des Felsens gelegenen Schildmauer in das Mittelalter. Der davor gelegene Halsgraben wurde 1860 zugeschüttet.
Der Felsen selbst wurde wohl schon von Beginn an für Felsenkammern ausgearbeitet, was sich bis in die Frühe Neuzeit fortsetzte (Portalstein 1518). Unter Franz von Sickingen wurde die Schildmauer teilweise abgebrochen, um Platz für zwei neue Geschützrondelle zu schaffen, welche die gefährdete Ostseite sichern sollten. Im Norden entstand ein neuer Zwinger mit Wohnbauten.
Der den Zerstörungen des Jahres 1523 von den Nachfahren des Sickingers veranlasste Wiederaufbau verwandelte die Anlage in ein Renaissanceschloss mit Festungselementen, wie sich am Kupferstich Caspar Merians von vor 1654 deutlich erkennen lässt. Prägend war nun das um und auf dem Felsen errichtete mehrgeschossige Schlossgebäude, dessen Geschosse durch einen Treppenturm mit barocker Haube erschlossen wurde. (Alexander Thon)

Baubeschreibung:

Grundsätzlich in zwei Ebenen zu unterscheidende Anlage:
Auf der oberen Ebene, d.h. dem Burgfelsen, sind mit Ausnahme von Felsenkammern keine Reste der mittelalterlichen Gebäude mehr vorhanden.
Im unteren Burgteil sind noch Reste der mittelalterlichen Schildmauer und vor allem der beiden frühneuzeitlichen Rondelle (jedoch stark saniert) erhalten. (Alexander Thon)

Arch-Untersuchung/Funde:

Sicherungsmaßnahmen seit 1850, 1860 Verfüllung des Halsgrabens, 1869 Schutträumung, zahlreiche Sanierungs- und Sicherungsarbeiten im 20. Jahrhundert, sämtlich schlecht oder gänzlich nicht dokumentiert.