EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Schallodenbach

Geschichte:

Inwieweit ein seit 1202 nachweisbares Geschlecht von Odenbach mit der Existenz einer Wehranlage gleichgesetzt werden darf, muss angesichts fehlender direkter Beweise offen bleiben.
Sicher belegt ist eine Burg in Schallodenbach erst im Jahr 1340, als Baldemar von Odenbach mit finanzieller Hilfe Erzbischof Balduins von Trier eine offensichtlich neue Anlage errichtete und diese dem Trierer Bischof unmittelbar zu Lehen auftrug. Somit handelte es sich eigentumsrechtlich um eine trierische Burg im Lehnsbesitz der Familie von Odenbach.
Im weiteren 14. Jahrhundert kamen mehrere weitere Lehnsnehmer hinzu. Das rasche Anwachsen der Burggemeinschaft dokumentieren mehrere überlieferte Burgfrieden (so 1359, 1368, 1380, 1389). Erst Philipp von Gundheim gelang es zu Anfang des 16. Jahrhunderts, die zersplitterten Lehnsanteile auf sich zu vereinigen und sein Lehen Burg Odenbach im Bauernkrieg erfolgreich gegen die Bauern zu verteidigen. Nach seinem kinderlosen Tod kam das trierische Lehen an die Familie von Sickingen, in deren Besitz es bis zum Ende des Alten Reiches blieb und 1804 versteigert wurde.
Zu welcher Zeit und warum die Anlage zerstört oder vielleicht auch nur offengelassen worden ist, bleibt unbekannt. (Alexander Thon)

Bauentwicklung:

Die 1340 errichtete Burg wies zumindest eine grobe Gliederung in Haupt- und Vorburg auf, zu denen eine in der Nähe befindliche Kapelle gehörte. Inwieweit diese Gebäude im 16. Jahrhundert nach dem Übergang an die Familie von Sickingen verändert wurden, lässt sich nicht mehr feststellen. Dies gilt ähnlich auch für weitere angebliche Umbauten, die für das Jahr 1641 und das frühe 18. Jahrhundert angenommen werden.
Aus den Schriftquellen bezeugt sind für die spätmittelalterliche Zeit neben vor- und Hauptburg (1358) Keller, eine Stiege, die neue Küche, ein kleines Kämmerchen und eine große Kammer, ein Abort und eine große alte Stube in der Hauptburg sowie in der Vorburg der vorderste und hinterste Stall, zwei Viehhäuser, Scheuern, das Haus auf dem Graben, Priester Johanns Haus sowie eine Mühle.
Planunterlagen des 19. Jahrhunderts zeigen eine kleine, von einem Wassergraben umgebene Anlage quadratischer Grundform mit L-förmigem Grundriss und rundem Turm. (Alexander Thon)

Baubeschreibung:

Abgegangen bis auf geringe Reste vom Mauerwerk des ehemaligen Wohnbaus ("Ritterhaus"), möglicherweise des Kellers in später darüber aufgeführten Gebäuden. Ein heute verschütteter Brunnenschacht gehörte vielleicht zur spätmittelalterlichen Anlage. (Alexander Thon)